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Aktuelle Nachrichten

Palästinenser bitten Vatikan um Konferenz zur Jerusalem-Frage

Die palästinensische Regierung hat den Vatikan gebeten, eine Konferenz aller christlicher Kirchen zum Status von Jerusalem auszurichten. Bei einem solchen Treffen könnten die Repräsentanten aller Kirchen und getauften Gemeinschaften deutlich machen, dass die Christen nicht auf ihre Interessen verzichten würden, die immer mit der Stadt, wo Jesus gekreuzigt wurde und auferstand, verbunden blieben. Bei seinem Treffen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat der palästinensische Außenminister al-Maliki eindringlich auf Konsequenzen aus der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump hingewiesen, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv in die biblische Stadt zu verlegen. Ein solcher «unilateraler Schritt» der USA untergrabe die Möglichkeit, den israelisch-palästinensischen Konflikt positiv zu lösen.

Caritas Baby Hospital mit Vorreiterrolle

Für eine bessere Betreuung der Betroffenen von Epilepsie setzt sich auch das Caritas Baby Hospital ein, das als Hauptzentrum für die Diagnosestellung und die Behandlung von Epilepsie in Bethlehem und dem südlichen Westjordanland gilt. Im vergangenen Jahr wurden im Caritas Baby Hospital rund 500 Abklärungen wegen des Verdachts auf Epilepsie vorgenommen. In seiner neurologischen Klinik bietet das Caritas Baby Hospital medizinische Konsultationen, Labortests und verschiedene Untersuchungen wie die Hirnstrommessung EEG an, die dazu dient, die elektrische Aktivität des Gehirns aufzuzeichnen. Wenn die medikamentöse Behandlung nicht anspricht, ermöglicht das Caritas Baby Hospital seinen Patientinnen und Patienten auch die ketogene Diät. Diese Stoffwechselumstellung wird weltweit seit Jahrzehnten bei schwer einzustellenden Epilepsien angewendet. 2017 wurden etwa 50’000 Kinder und Babys stationär oder ambulant betreut. Alle Kinder erhalten Hilfe, unabhängig von Herkunft und Religion. Im Fortbildungszentrum des Spitals werden Kurse für Mitarbeitende und Externe angeboten. Nur dank Spenden kann das Spital seine Aufgaben erfüllen und Kinderleben retten. Finanziert und betrieben wird das Caritas Baby Hospital im Westjordanland von der Kinderhilfe Bethlehem in Luzern.

Jerusalemer Benediktiner wählen neuen Abt

Die Mönchsgemeinschaft tritt dieser Tage zur Wahl eines neuen Abts zusammen, wie (Prior-Administrator) P. Nikodemus Schnabel mitteilte. Die Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Dormitio, die an den Tod Marias erinnert und dem Deutschen Verein vom Heiligen Land gehört, wurde bei ihrer Einweihung 1906 dem Benediktinerorden anvertraut. Von 1948 bis 1967 stand sie im Niemandsland zwischen Israel und Jordanien und war über Jahre verlassen. Zu der Gemeinschaft gehören nach Abteiangaben derzeit insgesamt 22 Brüder. Die deutschsprachige Benediktinerabtei der Dormitio gehört als Blickfang zur Silhouette Jerusalems. Der Bau des Klosters auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt begann im März 1906. Es befindet sich dort, wo nach einer der kirchlichen Überlieferungen das Letzte Abendmahl Jesu und die Herabkunft des Heiligen Geistes auf die Apostel stattfanden.
Seine Entstehung verdankt das Kloster einem Besuch von Kaiser Wilhelm II. in Jerusalem. Im Oktober 1898 nahm er an der Einweihung der evangelischen Erlöserkirche teil. Auf konfessionelle Ausgewogenheit bedacht, kaufte er auch ein Grundstück, das er dem Deutschen Verein vom Heiligen Land überließ. Acht Jahre später trafen die ersten drei Mönche aus der süddeutschen Abtei Beuron ein und begannen mit dem Bau eines Klosters, das an „Mariä Heimgang“ (lateinisch: „Dormitio Mariae“) erinnern sollte. 1910 wurde die Kirche geweiht, das Kloster 1926 zur Abtei erhoben. Von 1948 bis 1951 waren die Mönche ausquartiert, weil das Kloster nahe an der Grenze zwischen Israel und der – damals jordanischen – Altstadt lag. Seit Ende der 1960er-Jahre gewann die Abtei an Bedeutung, vor allem unter der Leitung des Trierers Laurentius Klein (1928-2002), Abt von 1969 bis 1979. Klein begründete 1973 ein ökumenisches Theologisches Studienjahr für Studierende aus dem deutschsprachigen Raum.

US-Regierung erhöht Hilfen für Jordanien

Die US-Regierung erhöht trotz anderslautender Drohungen von Präsident Donald Trump ihre Hilfszahlungen an Jordanien. Ein entsprechendes Hilfspaket wurde am 14.02.2018 von US-Außenminister Rex Tillerson und seinem jordanischen Kollegen Ajman al-Safadi in Amman unterzeichnet. Jordanien erhält demnach bis 2022 jährlich 1,275 Milliarden Dollar (rund 1,03 Milliarden Euro). Das sind 275 Millionen Dollar mehr pro Jahr als zurzeit, und das Abkommen läuft zwei Jahre länger als der derzeit geltende Vertrag, der unter Trumps Vorgänger Barack Obama ausgehandelt wurde. Trump und seine UN-Botschafterin Nikki Haley hatten zuletzt damit gedroht, die Zahlungen an Staaten zu kürzen, die nicht mit der US-Nahostpolitik einverstanden seien. Jordanien hatte Trumps Entscheidung zur Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt wie etliche andere Staaten verurteilt.

Kirchen in Aleppo sind voll

Die Kriegsjahre in Syrien haben bei den im Land verbliebenen Christen zu einer Stärkung ihres Glaubens geführt. Darauf hat der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo, Boutros Maravati, in einem Interview hingewiesen. Bei den Menschen gebe es wegen des Krieges keine Abkehr von Gott, Religion oder Kirche, sondern im Gegenteil eine Wiederentdeckung des Glaubens. „Unsere Kirchen sind voll“, sagte der Erzbischof. Freilich bräuchten die Orientchristen Unterstützung, mahnte Maravati. Bekämen die Christen etwa von europäischen Regierungen keine Hilfe, würden sie weiterhin die Gegend verlassen. Laut dem Erzbischof leben heute noch rund 50.000 der vor Kriegsausbruch 150.000 Christen in Aleppo. Zwei Drittel haben die Stadt in den vergangenen Jahren verlassen, ein Verhältnis, dass sich auf die Zahl der Christen in ganz Syrien umlegen lasse.

Papst bestätigt Wahl eines Kurienbischofs der Maroniten

Papst Franziskus hat die Wahl des libanesischen Priesters Rafik Warcha (46) zum Kurienbischof der maronitischen Kirche bestätigt. Das teilte der Vatikan am 14.02.2018 mit. Warcha studierte Theologie und Philosophie im libanesischen Kaslik sowie in Rom. Nach seiner Priesterweihe war er 15 Jahre lang in der Gemeindeseelsorge tätig, bevor er 2011 Generalsekretär des maronitischen Patriarchats in Bkerke bei Beirut wurde. Die Synode der syrisch-maronitischen Kirche von Antiochien hatte ihn jüngst zum Bischof gewählt.

Ägypten: Priestermörder zum Tod verurteilt

Zwei Monate nach dem vorläufigen Urteilsspruch bestätigte das Gericht das Strafmaß, wie ägyptische Medien am Rosenmontag berichteten. Wegen des Mordes an einem koptischen Priester ist ein 19-jähriger Ägypter zum Tod verurteilt worden. Zuvor hatte der Großmufti des Landes dem Urteil zugestimmt. Bei dem Messerangriff im vergangenen Oktober waren in einem Kairoer Vorort ein koptisch-orthodoxer Priester aus dem oberägyptischen Bani Suef getötet und ein weiterer verletzt worden. Die Richter sahen es laut Berichten als erwiesen an, dass der Täter vorsätzlich handelte. Das ägyptische Recht sieht demnach vor, dass bei Verurteilungen zum Tod das Urteil zunächst dem Großmufti vorgelegt wird. Dessen Meinung ist jedoch rechtlich nicht bindend für das Gericht. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Ungewöhnliches Urteil im Libanon

Wegen Beleidigung des Christentums müssen drei junge Muslime im Alter zwischen 16 und 18 Jahren Koranverse über Maria und Jesus auswendig lernen. Ein entsprechendes Urteil fällte die zuständige Richterin am Bezirksgericht Tripoli. Damit sollten die jungen Männer über die Toleranz des Islam und die Wertschätzung Marias belehrt werden. Sie ordnete an, dass die jungen Männer freigelassen werden unter der Bedingung, dass sie Teile der dritten Koransure „al-Imran“ auswendig lernen. In dem langen Text mit 200 Versen wird die Wertschätzung die Maria und ihr Sohn Isa im Koran erfährt. Auch die Sure „Myriam“ beschreibt ausführlich diese Wertschätzung.

Papst ermutigt Nahost-Christen zum Bleiben

Papst Franziskus hofft darauf, dass Christen im Nahen Osten den Mut nicht verlieren. Er forderte Bischöfe und Priester der melkitischen Kirche auf, ihre Gläubigen zum Bleiben zu ermutigen. Bei einer Audienz für die Mitglieder der Synode der melkitischen griechisch-katholischen Kirche am Rosenmontag im Vatikan erinnerte Franziskus vor allem an das Leid der Menschen in Syrien. Der mit Rom verbundenen melkitischen Kirche gehören rund 1,6 Millionen Christen an; etwa die Hälfte lebt in Auslandsgemeinden in Brasilien, Argentinien und Australien.

Polizei empfiehlt Anklage gegen Netanjahu

Nach Informationen aus Israel hat die Polizei des Landes nach langwierigen Ermittlungen empfohlen, Anklage gegen Premierminister Benjamin Netanjahu zu erheben. Die möglichen Anklagepunkte lauten auf Bestechlichkeit und Bestechung. Die Empfehlung der Ermittler bedeutet augenblicklich nur, dass sich Staatsanwaltschaft und der Justizminister die Beweislage prüfen werden, die die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben. Erst später wird dann über eine eventuelle Anklageerhebung entschieden. Für Netanjahu hat die Empfehlung nach israelischem Recht keine unmittelbaren Konsequenzen. Er kann im Amt bleiben. Erst nach einem endgültigen Urteil des Obersten Gerichts müsste der Premierminister seinen Rücktritt einreichen.

Ägypten: Kopten weihen Kirche für 21 Terroropfer

Die koptischen Christen in Ägypten weihen am 15.02.2018 eine neue Kirche im Gedenken an 21 Terroropfer. Die Dorfkirche bei Samalut in der Provinz Minya soll an die 21 junge Kopten der Region erinnern, die im Januar 2015 in Libyen von Islamisten der Terrorgruppe Islamischer Staat ermordet wurden. Das Gotteshaus wurde vom ägyptischen Staat finanziert. Staatspräsident Abdel Fattah al-Sissi hatte nach wiederholten Anschlägen auf Kopten Gelder für den Bau von Kirchen zugesagt. Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Realistische Angaben über Mitgliederzahlen schwanken zwischen 7 und 10 Millionen unter den rund 95 Millionen Einwohnern.

US-Präsident zweifelt am Friedenwillen Israels

Ungewohnt kritische Worte: US-Präsident Donald Trump hat Zweifel an dem Willen Israels geäußert, Frieden mit den Palästinensern schließen zu wollen. In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der israelischen Zeitung „Hajom“ sagte er, die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland sei ein Faktor, der die Bemühungen um ein Friedensabkommen komplizierter mache. Bei den Palästinensern sei er sich sicher, dass sie keinen Frieden wollten. „Und ich bin nicht unbedingt sicher, dass Israel Frieden machen will. Also müssen wir sehen, was passiert“, sagte er weiter. Trump machte dabei deutlich, dass er sich von Israel Anstrengungen für eine Nahost-Friedenslösung wünsche.

Melkiten wählen Jordanier zum Erzbischof für Jerusalem Neues Oberhaupt

Die griechisch-katholische melkitische Synode hat Erzbischof Jassir Ayyash zum Patriarchalvikar für Jerusalem gewählt. Der 62-jährige Jordanier folgt auf den ägyptischen Erzbischof Joseph Jules Zerey (76), der von 2008 bis 2018 als Apostolischer Vikar für Jerusalem amtierte. Der Basilianermönch Ayyash, 1955 im nordjordanischen Shatana bei Irbid geboren, studierte Theologie und Bibelwissenschaften im Libanon und in Rom. 1987 wurde er in Amman zum Priester geweiht. Nach Tätigkeiten in verschiedenen Pfarreien und Schulen in Amman und Jerasch wurde er 2007 als erster Jordanier zum melkitischen Erzbischof der ganz Jordanien umfassenden Erzdiözese Petra und Filadelfia (31.000 Katholiken) mit Sitz in Amman gewählt. Die Melkitische Kirche ist eine mit Rom unierte eigenständige Kirche des Nahen Ostens mit ca. 1,6 Millionen Mitgliedern weltweit von denen mehr als 50% in Auslandsgemeinden lebt.

GroKo will Sanierung der Abtei Dormitio in Jerusalem fördern

Im Koalitionsvertrag für die mögliche künftige Große Koalition ist eine Zusage für die Dormitio Abtei in Jerusalem enthalten. Sie besagt, dass die Regierung Mittel „für die dringend notwendige Sanierung der Abtei Dormitio in Jerusalem“ bereitstellt. Der Bau des Klosters begann 1906. Seine Entstehung verdankt es einem Besuch von Kaiser Wilhelm II. in Jerusalem. 1898 nahm dieser an der Einweihung der evangelischen Erlöserkirche teil. Auf konfessionelle Ausgewogenheit bedacht, kaufte er auch ein Grundstück, das er dem Deutschen Verein vom Heiligen Land überließ. 1910 wurde die römisch-katholische Kirche geweiht, das Kloster 1926 zur Abtei erhoben.

Grabfund in Ägypten

In der Nähe der berühmten Pyramiden von Giseh haben ägyptische Archäologen ein mehr als 4000 Jahre altes Grab entdeckt. Die Grabkammer gehöre einer Priesterin mit Namen Hat Bet. Die Priesterin wurde zu ihrer Zeit wohl hochgeschätzt. Das Grab stammt aus der Zeit der fünften Dynastie und ist mehr als 4000 Jahre alt. Darstellungen an den Wänden zeigen die Priesterin in verschiedenen Jagd- und Fischszenen sowie sitzend an einem großen Gabentisch.

Israelische und ägyptische Geheimdienste arbeiten zusammen

Schon lange Jahre arbeiten die beiden Länder, insbesondere an der Grenze zwischen Israel und Ägypten zusammen. Präsident al- Sisi und Benjamin Netanjahu haben viele Interessen gemeinsam. Um die Grenze zu stärken, hat die israelische Seite deshalb auch einige für Ägypten, laut Friedensvertrag, geltende militärische Beschränkungen außer Kraft gesetzt. Das erleichtert die Zusammenarbeit. An der Grenze zum Gazastreifen kooperiert Ägypten bei der Zerstörung von Hamas-Tunneln. Und Israel unterstützt Ägypten im Kampf gegen Terroreinrichtungen am Sinai. Mit al-Sisi ist die erste Generation von ägyptischen Militärs am Ruder, die nicht mehr in einem Krieg gegen Israel gekämpft hat.

2017 haben deutsche Brauereien so wenig Bier abgesetzt wie noch nie seit der Wiedervereinigung

Nach drei vergleichsweise stabilen Jahren sackte der Gesamtabsatz für Bier 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent auf 93,5 Millionen Hektoliter ab. Anders als in den Vorjahren konnte dieses Mal auch der Export den geringeren Bierdurst im Inland nicht ausgleichen. Stattdessen gaben die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU und nach Übersee mit einem Minus von 4,1 Prozent besonders stark nach. Die deutschen Brauereien setzen immer noch mehr als 82 Prozent ihres Bieres im Inland ab. Seit 1993 ging der Absatz der Brauer damit um fast 17 Prozent zurück. Lag der Bier-Pro-Kopf-Verbrauch Anfang der 90er Jahre bei 143 Litern, ist er stetig auf 106 Liter gesunken. Gründe, die Experten nennen, sind Folgende: Die Bevölkerung in Deutschland wird im Schnitt immer älter, und im hohen Alter trinken die Menschen in der Regel weniger Alkohol. Doch auch die Jugend lebt nüchterner. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trank vor 30 Jahren noch mehr als jeder zweite 18- bis 25-Jährige und fast jeder dritte 12- bis 17-Jährige mindestens einmal in der Woche. Im vergangenen Jahr trank nur noch jeder zehnte Jugendliche und fast jeder dritte junge Erwachsene so regelmäßig. Was den Brauereien noch zu schaffen macht, ist der starke Wettbewerb. Die Brauereien wollen den rückläufigen Bierkonsum mit einer Vielzahl neuer Produkte wieder ankurbeln. Nach Einschätzung des Deutschen Brauer-Bundes werden in Deutschland mittlerweile bereits über 6000 verschiedene Biermarken angeboten. Das seien 1000 mehr als noch vor zehn Jahren. Nahezu jede Woche kommt ein neues Bier auf dem Markt. So genannte Craft-Biere werden dabei immer beliebter.

Die Deutschen haben 2017 weniger Wein getrunken als noch 2016

Dennoch bleibt der durchschnittliche Konsum hierzulande konstant. Die Menschen in Deutschland haben im vergangenen Weinwirtschaftsjahr im Schnitt 20,9 Liter Wein getrunken. Das waren 0,2 Liter weniger als im Vorjahr. Seit 2002 bewegt sich der Weinkonsum stets in etwa zwischen 20 und 21 Litern pro Kopf. Allerdings sind nur 38 Prozent des in Deutschland konsumierten Weines aus deutscher Produktion. Noch vor wenigen Jahren waren es stattliche 55 Prozent. Die Kosten für die Erzeugung des Weines variieren in Deutschland sehr stark. Die Arbeitszeit im Weinberg und die beabsichtigte Ertragsmenge führten zu Traubenerzeugungskosten, die bei einem Haupterwerbsbetrieb zwischen 1,23 Euro je Liter und 3,30 Euro liegen. Sie sind allerdings nur ein Teil der so genannten Vollkosten. Die Kosten für die Arbeit beim Kelterungsprozess, für Flaschen, Verschlüsse, Lagerzeiten und nicht zuletzt für Werbung und Vertrieb sind hierin noch nicht enthalten. Dem Erzeuger entstehen in diesem Rechenbeispiel Kosten von 4,53 Euro für den Liter Basiswein, von stolzen 13,03 Euro für Premiumprodukte. Wobei diese Zahlen nur Durchschnittswerte sind und stark von der Betriebsgröße, von Lohnstrukturen und natürlich auch von Wetter und Ertrag abhängen.

Libanon wehrt sich gegen Mauerbau durch Israel

Israel und der Libanon befinden sich nach wie vor offiziell im Kriegszustand. Israel baut deshalb seit 2012 an einer Mauer an der Grenze zum Libanon. Die geplante Mauer verläuft zum Teil an der „Blauen Linie“, die nach Israels Rückzug aus dem Südlibanon im Jahr 2000 festgelegt wurde. Israel weist in diesem Zusammenhang Vorwürfe des Libanon zurück, wonach Teile der Mauer auf libanesischem Gebiet errichtet würden.
Die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern wurden zuletzt zusätzlich durch Pläne des Libanon belastet, in einem Mittelmeergebiet nach Öl- und Gasvorkommen bohren zu wollen, das auch von Israel beansprucht wird. Die Probebohrungen sollen 2019 beginnen. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman sprach in diesem Zusammenhang von „provokativem Verhalten“. Trotz der angespannten Lage treffen sich Militärvertreter beider Länder regelmäßig unter Aufsicht der UN-Friedensmission im Libanon (Unifil), um Grenzfragen zu besprechen.

Archäologische Entdeckung in Cäsarea Maritima

Ein seltenes 1.800-jähriges römisches Mosaik, etwa vom 2. – 3. Jahrhundert n. Chr., mit einer Inschrift in altem Griechisch wurde kürzlich im Caesarea Nationalpark entdeckt. Die Entdeckung geschah im Rahmen von Rekonstruktionsarbeiten an der Kreuzfahrer-Eingangsbrücke in Cäsarea. Man nimmt nun an, dass das ergrabene Gebäude Teil einer „Agora“ war, also Teil eines öffentlichen Bereichs der sowohl Versammlungen, wie auch dem Marktgeschehen diente. Dennoch ist unklar ob es sich um ein Privathaus handelte oder um ein öffentliches Gebäude. Das Mosaik ist ca. 3,5 X 8 Meter groß und sehr fein gearbeitet, mit rund 12.000 Mosaiksteinchen pro Quadratmeter und liegt in einem weitgehend noch unergrabenen Teil Cäsareas.

Orthodoxe gegen die Mehrheit in Israel

Im Rahmen einer Untersuchung in Israel haben sich 61% der Bevölkerung für eine Öffnung von „Mini-Markets“ am Sabbat ausgesprochen; 64% sind der Meinung, dass die öffentlichen Verkehrsmittel am Sabbat fahren sollten, 69% möchten dass Cafes auch am Sabbat geöffnet haben, 68 % möchten am Sabbat auch ein Kino besuchen können und 57% der Israelis sind der Meinung, dass sogar Supermärkte am Sabbat offen sein sollten. Das stößt allerdings auf eine deutliche Opposition der religiösen Parteien in der Regierung. Allerdings hat die Erhebung auch gezeigt, dass nur 27% der israelischen Bevölkerung eine Regierungskoalition mit den religiösen Parteien will – 53% würden eine Regierung ohne die Religiösen wünschen.
Die Stimmung in Israel gegen die Strenggläubigen schwärt schon länger. Besonders seit auch orthodoxe junge Männer und Frauen zum Militär eingezogen werden können und Dienst in der Armee tun. Das bewegt die Gemüter bereits seit einigen Jahren. Nun haben drei besonders angesehene Rabbiner öffentlich aufgefordert den Dienst in der Armee zu verweigern, was sogar Israels orthodoxen Verteidigungsminister so verärgerte, dass er den dreien die Teilnahme an Militärveranstaltungen untersagte. Besonders die Frage nach dem Militärdienst von orthodoxen Frauen spaltet nun auch die orthodoxe Front selbst. Inzwischen haben orthodoxe Rabbinen den Kontakt zu besonders strengen Kollegen aufgekündigt.
Nun haben vor wenigen Tagen mehrere orthodoxe Rabbinen auch den Gebrauch von Smartphones für nicht koscher erklärt und deren Nutzung untersagt. Und das im Smartphon-verliebten Israel.

Trump-Station an der Klagemauer

Israel will die neue Bahnstrecke von Tel Aviv nach Jerusalem in Jerusalem verlängern und in einer unterirdischen Station enden lassen, in Nähe der Klagemauer. Diese Station soll den Namen von Donald John Trump tragen, um dessen Entscheidung Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, zu würdigen. Mit der Einweihung der Trump-Station wird in bis zu fünf Jahren gerechnet. Die Kosten der Verlängerung werden auf umgerechnet 600 Millionen Euro geschätzt.

Pilgerreisen in das Heilige Land nehmen wieder zu

Das Christliche Informationszentrum, mit Sitz in der Nähe des Jaffatores, gab dieser Tage bekannt, dass im Januar 2018 bereits 770 Pilgergruppen das Heilige Land besuchten. In den entsprechenden Monaten der beiden vorausgegangenen Jahren waren es 2016 390 Gruppen und 2017 529 Gruppen. Die meisten Pilgergruppen stammen aus den USA, aus Russland, Frankreich, Deutschland und Großbritannien, in dieser Reihenfolge. Sie stellen ca. 54% aller Pilger und Touristen. Jeder 5. Besucher Israels war Jude. Aber auch Muslime reisen nach Israel.

Jerusalems unterirdischer Friedhof

In Jerusalem werden die Ruheplätze für die Toten rar. Mehrere Friedhöfe sind bereits für Neuzugänge gesperrt. Hintergrund ist unter anderem die Tatsache, dass ein Grab „auf Ewigkeit“ besteht, also nicht wie bei uns in Deutschland, nach einer gewissen Liegezeit erneut vergeben werden kann. Und Einäscherungen lässt der jüdische Glaube nicht zu. So kam man schon vor Jahren auf die Idee Beerdigungsplätze „in die Höhe“ zu bauen. Optisch durchaus einem Parkhaus ähnlich gibt es solche Friedhofseinrichtungen in Israel bereits. Nun hat man aber das größte aller Projekte begonnen: einen unterirdischen Friedhof. Seit 2017 wird ein Berg, auf dem der flächenmäßig größte Friedhof Jerusalems liegt, mit 170.000 Toten, mit riesigen Tunnelröhren durchzogen. Diese werden so konstruiert, dass hinreichend Tote hier bestattet werden können. 22.000 sollen es am Ende sein. Notwendig geworden ist diese Aktion auch, weil Bevölkerungsprognosen für Israel eine Zunahme der Gesamtbevölkerung bis zum Jahre 2050 um 100% voraussagen.
Unterirdische Grabanlagen sind in der Geschichte Israels nicht unbekannt: auch Jesus wurde in einem Felsengrab beerdigt. Und wer in Israel Bet Shearim besichtigt findet auch dort unzählig viele Gräber aus der Zeit da dieser Ort einst Sitz des Synhedrions war.

Frauen und Männer gemeinsam an der Klagemauer

„The Western Wall“ – in Deutschland eher bekannt als „Klagemauer“ – ist der heiligste Ort im Judentum. Es handelt sich um die Reste der ca. 36 Meter hohe Umfassungsmauer des jüdischen Tempelgebietes aus herodianischer Zeit, von der ca. die Hälfte heute unterirdisch ist. Entsprechend traditioneller Überlieferungen gilt auch hier, wie in allen klassischen Synagogen, eine Trennung von Frauen und Männern beim Gebet. Schon 1989 gründete sich deshalb eine Gruppe „women of the wall“, die forderte diese Geschlechtertrennung aufzugeben. Damals begannen die Frauen, jeden ersten Tag im Monat, nach dem jüdischen Kalender, morgens um sieben Uhr gemeinsam an die Klagemauer zu kommen, und den orthodoxen Regeln zu trotzen. Ihr Markenzeichen waren die eigens angefertigten Gebetsschals mit rosa-, violett- und lilafarbenem Muster. Gemeinsam beteten sie laut, lasen aus der Thora und verstießen damit gegen alle Gewohnheiten. Immer wieder kam es deshalb zu massiven Konflikten mit orthodoxen Männern, die den Frauen gewaltsam Gebetsschals und Thorarollen abnahmen. Nach jahrelangem Kampf und heftigen Rangeleien entschied das Bezirksgericht in Jerusalem 2013, dass die Frauen zumindest singen sowie Gebetsriemen und Gebetschals tragen dürfen. Doch das Lesen aus der Thora war weiterhin tabu, und die Geschlechtertrennung blieb erhalten. Selbst einige Frauen waren verärgert über die Entscheidung. Schon als die Verhandlungen um den neuen Gebetsplatz begannen, gründeten einige die Gruppe „Original Women of the Wall“. Ihre Mitglieder sind orthodoxe Frauen, die zwar aus der Thora lesen wollen, allerdings von den Männern getrennt. 2016 dann entschied das Kabinett um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen 9 Meter langen Abschnitt der Mauer dem gemeinsamen Gebet von Frauen und Männern einzurichten. 15 Minister stimmten nun für die Neuerung, die fünf von den beiden Parteien der Ultraorthodoxen gestellten Regierungsmitglieder stimmten dagegen. Sie verzichteten aber auf ein Veto, um die Koalition nicht zu gefährden. Dort sollten alle die gleichen Gebetsrechte haben. Außerdem sollte es einen gemeinsamen Eingang mit den anderen Gebetsbereichen geben. Doch aufgrund des Drucks ultra-orthodoxer Koalitionspartner wurde die Vereinbarung auf Eis gelegt. Bis zum Juni 2017. Seitdem gibt es eine Anordnung des Ministerpräsidenten dieses Projekt voranzutreiben. Am Montag, 05.02.2018, wurde diese Anordnung nun in Richtung Umsetzung gebracht.

Ryanair fliegt nach Jordanien

Ryanair startet ab März erstmals nach Amman und fliegt ab Oktober auch nach Akaba, unter anderem von Köln/Bonn. Alle Kurse werden wöchentlich zweimal angeboten. Nach Akaba geht es im Winter ebenfalls jeweils zweimal pro Woche. Während die Amman-Kurse ganzjährig geplant sind, soll der Badeort Akaba nur im Winter angeflogen werden. Jordanien ist den Angaben von Ryanair das vierunddreißigste Land, das Ryanair anfliegt. Ryanair erweiterte ihr Streckennetz in den vergangenen Jahren vorsichtig um Ziele außerhalb Europas und fliegt inzwischen auch nach Tel Aviv und Marokko.

Die neue Bibliothek des Katharinenklosters eröffnet

Die vermutlich älteste Bibliothek der Welt liegt an einem der am schwierigsten zugänglichen Orte der Welt. Die Bibliothek gehört dem Katharinenkloster, einem griechisch-orthodoxen Kloster, das seit gut 1500 Jahren existiert. Nachdem die Bibliothek für mehrere Jahre wegen Restaurationsarbeiten geschlossen war, wurde sie nun wieder feierlich wiedereröffnet. Der ägyptische Kulturminister Chaled al-Anani war angereist, hohe Würdenträger der orthodoxen Kirche und etliche Wissenschafter aus den USA und Europa, die sich seit langem mit den Schätzen der Sinai-Bibliothek beschäftigen. Das Kloster in der Wüste hat für seine über 3000 Manuskripte, deren Entstehung bis ins 4. Jahrhundert unserer Zeit zurückreichen, eine Bibliothek bekommen, die den modernsten Erkenntnissen der Konservierung und Pflege der wertvollen Hinterlassenschaft angemessen ist. Federführend bei dem Projekt war die berühmte British Library aus London, die einen Teil der Mittel organisierte und ihr Know-how zur Verfügung stellte. Den Rest besorgten orthodoxe Spender aus der ganzen Welt.
Der Standort des Klosters bezeichnet der Überlieferung nach den Ort an dem Moses seine Gottebegegnung im brennenden Dornbusch hatte. Schon im 2. Jahrhundert hatten sich deshalb einige Eremiten der frühchristlichen Kirche in den Felsspalten des Mosesberges zurückgezogen. Mit der Zeit wurden es immer mehr fromme Männer, die dort siedelten und dabei immer wieder Angriffen nomadischer Wüstenstämme ausgesetzt waren. Deshalb gab der byzantinische Kaiser Justinian in Konstantinopel im 6. Jahrhundert den Auftrag, für die Mönche ein wehrhaftes Kloster zu bauen, das sich gleichzeitig in die Befestigungskette der östlichen Grenze von Byzanz einfügte.
Dass diese bedeutsame Bibliothek überhaupt noch existiert ist unter anderem der Tatsache zu verdanken, dass das Kloster in seiner langen Geschichte, die es zum grössten Teil nach der Islamisierung der arabischen Welt in muslimischer Umgebung verbrachte, nie zerstört wurde und durchgängig immer von Mönchen bewohnt war.

Wasserbecken aus byzantinischer Zeit in Jerusalem

Auf einem Grundstück der armenischen Kirche haben israelische Archäologen am Rande der Stadt Jerusalem eine rund 1500 Jahre alte Poolanlage entdeckt. Die Becken mit einer Art Springbrunnen stammen aus dem byzantinischen Zeitalter, also der Periode zwischen Mitte des 4. Jahrhunderts und der Machtübernahme des Islam 638. Das Wasserbecken hat sich im Zentrum der weitläufigen Anlage am Fuße einer Kirche befunden. Über die Verwendung des Beckens besteht bisher keine Klarheit. Die Wissenschaftler fanden zudem eine seltene Silbermünze, eine der ältesten im Jerusalemer Raum. Es ist eine Drachme, die in der Küstenstadt Aschdod von griechischen Herrschern rund 300 Jahre vor Christi Geburt geprägt wurde.

Wurden Kirchenkonten in Jerusalem gesperrt?

Widersprüchliche Informationen über möglichen Kontensperrungen von Kirchen in Jerusalem liegen vor. Medien in Israel berichten, dass Konten der anglikanischen, armenischen, griechisch-orthodoxen und katholischen Kirchen in Jerusalem gesperrt worden sind. Hintergrund seien unklare Vereinbarungen zwischen den Kirchen und dem Staat. Bei der Staatsgründung 1948 hatte Israel die entsprechenden Regelungen aus der britischen Mandatszeit übernommen, die nach alter Tradition die Kirche von jeglichen Steuerzahlungen befreiten. 1993 gründete man zur Klärung der Steuerfrage eine eigene Kommission; deren Verhandlungen dauern seither an. Die Stadtverwaltung argumentiert jetzt, durch den staatlichen Steuerverzicht sei insgesamt ein Schaden von umgerechnet 233 Millionen Euro entstanden. Gegenwärtig geht um Grundsteuerforderungen der Stadt in Höhe von 151 Millionen Euro für 887 Liegenschaften in Kirchen- bzw. UN-Besitz, die zu anderen Zwecken als Gottesdienstorten genutzt werden. Letztere wären von der städtischen Grundsteuer ausgenommen. Kirchenvertreter in Jerusalem allerdings geben an, bisher nichts gespürt zu haben von einer Sperrung von Kirchenkonten.

Der Libanon vor 6.000 Jahren

In der libanesischen Stadt Sidon wurden im Rahmen eines großen Ausgrabungsprojektes viele wertvolle Funde gemacht die nun mehr Einblick in die Geschichte der Stadt geben. Diese Ausgrabungen haben das Wissen um die Geschichte Sidons um rund 3.000 Jahre in die Vergangenheit verlängert. Die ältesten gefundenen Objekte sind Rundhäuser aus der Zeit um 4000 v. Chr. Was durch die Funde deutlich geworden ist: Sidon war spätestens ab 2000 v. Chr. eine wohlhabende Stadt, die regen Austausch mit Ägypten, Anatolien und Griechenland pflegte. Ein Gefäß aus Kreta gelangte etwa 1900 v. Chr. als Geschenk nach Sidon und die Sidoniern stellten davon Imitate her. Gefunden wurde zudem Silber aus Anatolien und Stempel mit ägyptischen Hieroglyphen, die der kanaanitischen Kultur um 2000 v. Chr. zuzuordnen sind. Ausgegraben wurde unter anderem auch ein Tempel, und sogar ein Gemeindehaus mit 13 Zimmern, darunter eine Fischräucherei. Die Archäologen entdeckten durch einen Brand verkohlte Fischköpfe, die in einem Lagerraum auf einem Haufen lagen. In diesem Tempel haben offenbar sehr viele rituelle Festessen und Tänze stattgefunden. Bedeutsam in diesem Zusammenhang die ausgefeilte Töpfer-Produktion in Sidon. Für die kultischen Feiern wurden große Zahlen an Tellern für die kultischen Mahlzeiten benötigt, welche nach der Feier, wohl weil sie durch ihre Verwendung „heilig“ geworden waren und nicht mehr zurückgeführt werden konnten in die Welt des Profanen, zerbrochen wurden. Über 1.400 Objekte aus acht verschiedenen Herrscherzeiten werden demnächst in einem Museum vor Ort ausgestellt.

Verbraucher greifen zunehmend zu trockenem Wein.

Die Menschen in Deutschland haben im vergangenen Weinwirtschaftsjahr im Schnitt 20,9 Liter Wein getrunken. Verbraucher greifen zunehmend zu trockenem Wein. Ein Prozentpunkt mehr trockener Wein wurde in Deutschland 2017 mehr konsumiert als im Vorjahr – und sieben Prozentpunkte mehr als im Jahr 2010. Der Anteil der halbtrockenen Weine blieb zuletzt konstant, der Anteil der lieblichen Weine sank. Dabei sind Weißweine wieder stärker gefragt. Sie machten laut Deutschem Weininstitut im vergangenen Jahr 62 Prozent der deutschen Qualitäts- und Prädikatsweinproduktion aus – im Vorjahr waren es noch 60 Prozent. Der Anteil der Rotweine sank um zwei Prozentpunkte, Roséweine blieben bei elf Prozent. Die Verbraucher kaufen ihren Wein dabei immer häufiger in Supermärkten. Der Durchschnittspreis für einen Liter Wein lag im Lebensmitteleinzelhandel bei 2,92 Euro, bei heimischen Weinen bei 3,20 Euro.

Kopten in Ägypten 2017

Die christlichen Gemeinden Ägyptens befinden sich in großen Nöten. Islamistische Terroristen attackieren ihre Kirchen. Rund 40 Koptinnen und Kopten starben letzten Frühling während koptischer Gottesdienste zum Osterfest in den Städten Tanta und Alexandria. Etwa 60 weitere Menschen starben seither aufgrund von Anschlägen auf koptische Ziele, viele mehr wurden verletzt. Das macht 2017 für die Christen Ägyptens zu einem der blutigsten Jahre der jüngsten Vergangenheit. Fanatiker suchen für ihre Anschläge mit Vorliebe Feiertage aus. Deshalb erhöhte die ägyptische Regierung zu Anfang Januar 2018, rund um die koptischen Weihnachtstage, das Sicherheitsaufgebot massiv: 260’000 zusätzliche Polizisten und Soldaten mit Sturmgewehren bewachten rund 2600 Kirchen in ganz Ägypten. Bis heute sind rund um Kirchen ganze Strassenzüge gesperrt. Das Gelände der Kairoer Kathedralskirche St. Markus wird gar von Panzern bewacht. Hier lebt Papst Tawadros II., das Oberhaupt der orthodoxen Koptinnen und Kopten. In Ägypten stellen sie mit 10 Prozent Bevölkerungsanteil – das entspricht rund 10 Millionen Menschen – die weitaus grösste christliche Minderheit. Das Christentum war im Gebiet des heutigen Ägyptens vor der Islamisierung im 7. Jahrhundert die dominierende Religion. Der Evangelist Markus soll innerhalb der Bevölkerung Ägyptens schon um das Jahr 50 missioniert haben. Die Mehrheit der ägyptischen Christen trug allerdings die Beschlüsse des Konzils von Chalcedon 451 nicht mit, es kam schließlich zur Bildung der Koptisch-Orthodoxen Kirche.
Im Zeichen der christlichen Ökumene hat Papst Franziskus den orthodoxen Christen und den Katholiken der orientalischen Kirchen zu ihrem Weihnachtsfest Anfang Januar herzliche Grüße ausgesprochen. Zum Abschluss des Angelus-Gebets auf dem Petersplatz grüßte er eigens die koptischen Christen Ägyptens und ihr Oberhaupt, Papst Tawadros II. Wenige Tage zuvor haben die Christen in Ägypten eine neue Kathedrale, in Anwesenheit von Präsident al-Sisi, geweiht. Sie befindet sich in der künftigen neuen ägyptischen Hauptstadt New Cairo und hat Platz für 8.200 Gläubige. Damit ist die koptische Kathedrale in der neuen Hauptstadt ist eines der größten christlichen Gotteshäuser des Nahen Ostens.
Ahmed Al-Tayyeb, der Großimam der Al-Azhar-Universität in Kairo, hatte die islamistischen Anschläge Ende 2017 auf die Kopten in Ägypten verurteilt und die Muslime des Landes dazu aufgefordert, mit den Christen solidarisch zu sein und mit ihnen 2018 Weihnachten zu feiern.

Die Europäische Union hat dem UNO-Hilfswerk für die Palästinenserflüchtlinge zusätzliche Hilfen versprochen.

Grund ist die Entscheidung der USA, ihre bisherigen Mittel drastisch zu kürzen. Das Hilfspaket soll 42,5 Millionen Euro umfassen, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Dort hatten sich internationale Geldgeber versammelt, um über die weitere Finanzierung der Hilfsprogramme für die Palästinenser zu beraten. Rund 15 Millionen Euro seien für Projekte in Ostjerusalem vorgesehen. Washington will in diesem Jahr anstatt 360 Millionen US-Dollar nur 60 Millionen an das UNO-Flüchtlingshilfswerk zahlen. Die US-Regierung will mit dieser Mittelkürzung die Palästinenser dazu drängen, die Friedensgespräche mit Israel wieder aufzunehmen. Internationale Geldgeber beraten derzeit, wie die Finanzlücke geschlossen werden kann. In diesem Kontext hat die Schweiz inzwischen 19 Millionen Franken überwiesen. Nach der drastischen Kürzung der US-Zahlungen an das UN-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) warnte Pierre Krähenbühl, Generaldirektor der Hilfswerkes, vor Instabilität in der Region – und darüber hinaus. Mehr als fünf Millionen palästinensische Flüchtlinge seien auf das UNRWA angewiesen, laut Krähenbühl eine „Gemeinschaft ohne Perspektiven, ohne politischen Horizont“. Wenn dem UNRWA das Geld für Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen fehle, „wird das letzte Stück Würde verschwinden“.

Im Mai wählt der Libanon sein neues Parlament

Nach nunmehr 9 Jahren ist es so weit. Der Libanon wählt erstmals wieder ein neues Parlament. Parlamentssitze gehen in diesem Land paritätisch an muslimische und christliche Abgeordnete: Seit Ende des Bürgerkriegs 1990 steht im Gesetz, dass die Hälfte der Abgeordneten im Parlament muslimisch, die andere Hälfte christlich sein muss. Über die Jahrzehnte ist ein sehr starres religionsorientiertes System im Libanon entstanden, in der jede Glaubensgruppe ihren festen Platz hat – der aber nicht unbedingt dem heutigen Bevölkerungsanteil entspricht. Die Christen beispielsweise stellen vermutlich höchstens 40 Prozent, genaue Zahlen gibt es aber nicht. Und Viele wollen diese auch nicht. Neu bei dieser Wahl wird sein, dass erstmals ein Verhältniswahlrecht gilt. Allerdings sind die Details dafür noch nicht in der Öffentlichkeit bekannt.

Byzantinischer Fund in Bet Shean

Eine Pause während einer Familienwanderung brachte eine jüdische Familie in der Nähe der in Bet Shean bereits ausgegrabenen byzantinischen Kirche und eines in der Nähe liegenden alten Friedhofs aus dieser Zeit zu einem ungewöhnlichen Fund: ein ca. 1.500 Jahre alter Tonkrug, der ungewöhnlich gut erhalten ist. Die Familie brachte den Fund zu den zuständigen Behörden. Möglicherweise hat der aktuelle Winterregen diesen ungwöhnlichen Fund unterstützt.

Israel droht illegalen Afrikanern

Gekommen waren die Afrikaner in ihrer Mehrzahl ab 2005, fast alle durch die Wüste im Sinai, wo sie oft von den dortigen Beduinen drangsaliert, ausgenommen und in einigen Fällen auch gefoltert wurden. Im Jahre 2010 war der Höhepunkt der Einwanderung erreicht, die Zahl der Migranten betrug damals knapp 60.000. Dann errichtete Israel einen 230 Kilometer langen Zaun an der ägyptischen Grenze, der sich als überaus wirkungsvoll erwiesen hat. Heute leben laut Angaben des Innenministeriums noch rund 38.000 afrikanische Migranten in Israel. Rund 72 Prozent sind Eritreer, 20 Prozent Sudanesen. Tausende haben um Aufnahme ersucht. Sehr aussichtsreich ist das nicht, denn als einziges westliches Land kennt Israel das Asylrecht für Individuen nicht. Bislang war das Lager von Holot an der Grenze zu Ägypten der Ort, in dem über Jahre Personen ohne Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen festgehalten wurden. Dieses soll nun geschlossen werden. Wer nach Ende März noch aufgefunden wird, kommt auf vorläufig unabsehbare Zeit ins Gefängnis von Sharonim, ebenfalls im tiefsten Negev, in unmittelbarer Nähe des Sammellagers von Holot.
Inzwischen verweigern Piloten der israelischen Luftfahrtgesellschaft EL AL die Aufgabe, abgelehnte Asylbewerber aus Eritrea und Sudan zurück in ihre Heimat zu fliegen. Die Kampagne, der sich die Piloten anschlossen, entstammt einer Nichtregierungsorganisation. Auch aus den USA melden sich jüdische Institutionen mit Kritik: Die Anti-Defamation League (ADL) und die Hebrew Immigrant Aid Society (HIAS) haben in einem offenen Brief ihre „ernste Besorgnis“ über einen neuen Plan Israels geäußert, gemäß dem Migranten und Asylsuchende gegen ihren Willen in ungenannte Drittländer geflogen werden sollen.

EU soll Palästina anerkennen

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die EU-Staaten zu einer raschen Anerkennung eines palästinensischen Staates aufgefordert: „Wir betrachten die Europäische Union als einen echten Partner und Freund. Daher rufen wir die Mitgliedsstaaten dazu auf, den ‚Staat Palästina‘ zügig anzuerkennen.“ Ein solcher Schritt würde das palästinensische Volk ermutigen, „weiter an Frieden zu glauben“, sagte Abbas am 22. Januar bei einem Treffen mit den EU-Außenministern in Brüssel. „Wir versichern, dass es keinen Widerspruch zwischen der Anerkennung und der Wiederaufnahme von Verhandlungen gibt.“ Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini versicherte Abbas lediglich, dass sich die EU im Konflikt zwischen Israel und Palästina weiter für eine Zwei-Staaten-Lösung mit Jerusalem als Hauptstadt beider Staaten einsetze. „Das ist und bleibt die EU-Position.
Neun Monate nach seinem von einem Eklat überschatteten Antrittsbesuch in Israel wird Außenminister Sigmar Gabriel nach israelischen Angaben Ministerpräsident Benjamin Netanjahu treffen. Das Gespräch werde am 31. Januar bei einem Besuch Gabriels in Israel stattfinden, bestätigte ein Vertreter des israelischen Außenministeriums. „Es findet auf deutsche Initiative hin statt“, fügte er hinzu. Im April hatte Netanjahu ein Treffen mit Gabriel noch platzen lassen, weil der SPD-Politiker auch mit Vertretern regierungskritischer Organisationen sprach.
Inzwischen hat sich Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn für eine Anerkennung Palästinas als Staat ausgesprochen. Die Möglichkeit einer gemeinsamen Haltung aller EU-Staaten sieht Asselborn dem Bericht nach derzeit allerdings nicht.

Neue Bahnstrecke in Israel

Ende März 2018 soll es soweit sein: Die Schnellzugstrecke zwischen Tel Aviv und Jerusalem soll in Betrieb genommen werden. Am 16. Januar wurde zum ersten Mal eine Testfahrt auf einem Teil der Strecke unternommen, die auch schon einen Namen bekommen hat: „Die König David Linie“. Dabei erreichte der Zug eine Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern. Das Verkehrsministerium hat sich verpflichtet, den Betrieb der Strecke Ende März aufzunehmen, doch die Arbeiten sind noch nicht alle fertiggestellt.
Zunächst soll die neue Strecke am Bahnhof Hagana in Tel Aviv beginnen, bis zum neuen Bahnhof in Jerusalem, 80 Meter unter der Erde. Dabei wird zunächst nur eine der zwei Schienenstrecken benutzt werden. Wenn alles fertig sein wird, wird der Zug auch den Ben-Gurion Flughafen anfahren, was viel für alle Besucher Jerusalems bedeutet.

Die Wassernot im Heiligen Land

Der Wasserstand des Sees Genezareth ist auf ein Rekordtief gefallen. Am Toten Meer sieht es nicht besser aus. Und im Jordan fließt mehr Abwasser als frisches Wasser. Die Gewässer sind allerdings lebenswichtig für Israelis, Palästinenser und Jordanier. Doch ihre Pegel sinken – Folgen von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und der weiterhin großen Wasserentnahme für die Landwirtschaft. Der See Genezareth ist Israels wichtigste Wasserressource. Durch die anhaltende Dürre liegt er nur noch 214 Meter unter dem Meeresspiegel – das sind bereits etliche Meter unter dem Punkt, ab dem Ökologen Schäden für das Ökosystem und der Wasserqualität prognostizieren. Die Lage des Jordans ist noch schlechter. Seit den 1960er Jahren sind 95 Prozent des historischen Stroms für die Landwirtschaft umgeleitet worden. Im israelisch-jordanischen Friedensvertrag von 1994 wurde sogar festgeschrieben, dass Jordanien jährlich 55 Millionen Kubikmeter Jordanwasser für die Landwirtschaft entnehmen kann. Doch dieses Wassermenge hat der Jordan heute gar nicht mehr. Der Pegel des Toten Meeres ist um 60 Prozent zurückgegangen, seine Ufer säumen verlassene Strandhotels und Senklöcher.

USA beschneiden das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA

Die USA halten Teile der Zahlungen für das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA zurück. Das Hilfswerk ist darüber informiert worden, dass die USA 65 Millionen Dollar der geplanten Zahlung von 125 Millionen Dollar zurückhalten. Bislang haben die USA dem UN-Hilfswerk 355 Millionen Dollar pro Jahr zur Verfügung gestellt und damit rund ein Drittel des Programms finanziert. Das Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen unterstützt nach eigenen Angaben rund fünf Millionen palästinensische Flüchtlinge, unter anderem in Jordanien, im Libanon und in den Palästinensergebieten.
Eine Sprecherin der EU-Kommission erklärte auf Anfrage, die Europäische Union werde die Vereinten Nationen bei der Unterstützung von palästinensischen Flüchtlingen nicht im Stich lassen.

Libanon entsendet wieder Botschafter an den Vatikan

Nach mehr als einjähriger Unterbrechung hat der Libanon wieder einen Botschafter an den Vatikan entsandt. Antonio Raymond Andary (63) absolvierte am Freitag seinen Antrittsbesuch bei Papst Franziskus. Der Posten war seit dem Dienstende des Vorgängers Georges Khoury im November 2016 unbesetzt. Im vergangenen Herbst gab es Gerüchte, ein Kandidat sei vom Heiligen Stuhl wegen angeblicher Nähe zur Freimaurerei abgelehnt worden. Die Nachrichten liessen sich nicht erhärten. Die libanesische Botschaft lehnte am Freitag eine Kommentierung dazu ab. Der neue libanesische Botschafter ist wie sein Vorgänger maronitischer Christ. Andary, am 9. April 1954 im nordlibanesischen Bergort Knaywer geboren, studierte Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen unter anderem in den USA und war in verschiedenen internationalen Organisationen der maronitischen Kirche tätig. Seit 2013 war er Botschafter des Libanon in Argentinien.

Neuer Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land

Sani Ibrahim „Charlie“ Azar (56) ist neuer Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL). Azar wurde am 12. Januar 2018 von seinem Vorgänger Bischof Munib Younan (67) und im Beisein der palästinensischen und jordanischen Behörden in Jerusalem ordiniert und in sein Amt eingeführt. In seiner Ansprache wünschte er seiner Kirche den geschwisterlichen Umgang zwischen Christen und Muslimen, den er auch in seiner Ausbildung an den lutherischen Einrichtungen erfahren habe. „Grundlage für erfolgreiche interreligiöse Beziehungen muss ein offenes Auftreten im Glauben und der christlichen Identität sein.“ Der im Libanon geborene Azar ist der vierte aus Palästina stammende Bischof seiner Kirche. Azar ist Absolvent der evangelisch-lutherischen Schule in Bethlehem. Nach seinem Theologiestudium in München wurde er 1988 ordiniert. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach seiner Tätigkeit als Jugendpfarrer war Azar 30 Jahre lang Pfarrer der evangelisch-lutherischen Erlöserkirche in Jerusalem. Zudem ist er Vizepräsident der deutschen evangelisch-lutherischen Schule „Talitha Kumi“ in Beit Jalla.

Protest gegen Patriarchen

Die griechisch-orthodoxen palästinensischen Christen sind erbost über ihren Patriarchen Theophilos III. und seine undurchsichtigen Landverkäufe – und ließen ihn das deutlich spüren. Statt wie üblich von Hunderten von Pfadfindern und einer jubelnden Mengen auf dem Krippenplatz erwarteten den Griechen bei seinem Einzug in Bethlehem zum orthodoxen Weihnachtsfest wütende Sprechchöre und Wurfgeschosse. Weite Teile des traditionellen Zugwegs durch die Altstadt waren von Sicherheitskräften gesäumt, auf den Dächern Scharfschützen postiert. Schon lange vor dem Eintreffen des Patriarchenkonvois hatten sie sich am Anfang der Sternenstraße in der Bethlehemer Altstadt versammelt. Mit Transparenten demonstrierten sie vor einem Großaufgebot palästinensischer Polizisten gegen den unliebsamen Patriarchen und forderten seinen Rücktritt. „Ablehnung statt Empfang“, formulierte ein junger Bethlehemer Christ das Programm. Eigentlich gleicht Weihnachten in Bethlehem einem Volksfest, bei dem auch viele Muslime den Christen im Feiern in nichts nachstehen. In diesem Jahr dagegen schlossen sie sich vereinzelt den Protesten an – hat doch die Palästinenserführung den Kampf gegen den Verkauf von Kirchenland längst zur nationalen Sache erklärt. Christen kamen aus allen Teilen des Heiligen Landes, um ihrem Unmut Luft zu machen. Sie seien „nicht für, sondern gegen den Patriarchen“ hier, machten Demonstranten klar. Theophilos, so der Vorwurf, habe „tausende Hektar Land in bester Lage billig an Juden verkauft“. Neu seien die Verkäufe von Kirchenland nicht, „aber mit jedem Patriarchen wird es schlimmer“.
Als der in diesem Jahr nur aus wenigen Fahrzeugen bestehende Konvoi die Demonstranten passiert, kommt es zu Handgemengen. Auch der immer wieder einsetzende Regen kühlt die Gemüter nicht. Eier und Müll, Fahnenstangen und andere Gegenstände fliegen dem Patriarchen entgegen, dessen Wagen sich mühsam einen Weg bahnt. Vereinzelt sollen auch Steine geflogen sein. Mindestens eine Demonstrantin wurde verletzt. Für die Menge ist an dieser Stelle Schluss. Die Einsatzkräfte riegeln die Straße ab, der Konvoi rauscht durch fast leere Gassen bis zur Geburtskirche.
Obwohl Theophilos III. laut palästinensischen Medien zumindest vom Gouverneur von Bethlehem, Jabreen al-Bakri, und weiteren Palästinenservertretern empfangen wurde, schienen viele Bewohner des christlichen Dreiecks Beit Dschallah, Beit Sahour und Bethlehem dem Boykottaufruf ihrer Bürgermeister gefolgt zu sein. Auf dem großräumig abgesperrten Platz vor der Kirche herrschte weitgehende Leere, was teilweise wohl auch dem Wetter und den scharfen Sicherheitsvorkehrungen zuzuschreiben sein dürfte: Betreten durften Besucher den Platz erst nach vorheriger Taschenkontrolle. Auch im Eingang zur Geburtskirche, in der an diesem Tag zahlreiche Gottesdienste und Prozessionen abgehalten werden, stehen ein Metalldetektor und etliche Polizisten. In der Kirche dominierten Osteuropäer, Russen und Äthiopier das Bild.

Siegelfund in Jerusalem

Bei Grabungsarbeiten haben israelische Archäologen in der Jerusalemer Altstadt ein erstaunlich gut erhaltenes Tonsiegel gefunden, dessen Alter die Experten auf etwa 2700 Jahre schätzen. Auf dem münzgroßen Tonstück findet sich eine Prägung in antikem Hebräisch, die übersetzt lautet: »Dem Gouverneur der Stadt«. Der Fund soll aus der Zeit des ersten jüdischen Tempels stammen, der vor etwa 3000 Jahren erbaut und im Jahr 586 v. Chr. von den Babyloniern zerstört wurde. Die Bibel erwähnt zwei Gouverneure von Jerusalem, und dieser Fund zeigt, dass es dieses Amt in der Stadt vor rund 2700 Jahren wirklich gegeben hat. In der Tat werden vom König eingesetzte Gouverneure in Jerusalem in der Bibel zweimal erwähnt: einmal im Buch der Könige und einmal im Buch der Chronik. Damit ist das Tonsiegel ein weiterer Beweis für jüdische Präsenz in der Stadt vor drei Jahrtausenden – ein Umstand, der von Wissenschaftlern in der Regel nicht angezweifelt, von palästinensischen Offiziellen jedoch immer wieder infrage gestellt wird. Wozu das Siegel seinerzeit verwendet wurde, ist nicht bekannt.

Israel kündigte Austritt aus UNESCO an
Israel hat offiziell seinen Austritt aus der UN-Kulturorganisation Unesco angekündigt. Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay teilte am Freitag in Paris mit, sie habe von der israelischen Regierung die Benachrichtigung des Rückzugs zum 31. Dezember 2018 erhalten. Sie bedauere dies tief und sei überzeugt, dass Meinungsverschiedenheiten bei den von der Organisation behandelten Themen am besten innerhalb der Unesco gelöst werden könnten. Israel hatte den Schritt vor dem Hintergrund des Nahostkonfliktes bereits im Oktober angekündigt, kurz nachdem Amerika ebenfalls ihren Willen zum Austritt bekundet hatten.
Die beiden Länder werfen der UN-Organisation Voreingenommenheit gegenüber Israel und eine Politisierung vor. Nach der Aufnahme Palästinas in die Unesco 2011 hatten die Vereinigten Staaten bereits ihre Beitragszahlungen gestoppt. Nach Ansicht Israels ignorierten Unesco-Entscheidungen zu Jerusalem beispielsweise jüdische Verbindungen zu der Stadt.
Israel habe seinen vollen Platz in der UN-Organisation, betonte die Französin Azoulay. Die Unesco sei eine Institution, „die sich für die Verteidigung der Redefreiheit, die Prävention von Antisemitismus und von Rassismus in all seinen Formen einsetzt“. Sie habe zudem „ein einmaliges Bildungsprogramm zur Erinnerung an die Shoah und zur Vorbeugung von Völkermorden entwickelt.“
Die UNESCO (englisch United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, deutsch offiziell Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur, auch: Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur) ist eine Internationale Organisation und gleichzeitig eine der 17 rechtlich selbstständigen Sonderorganisationen der Vereinten Nationen. Sie hat ihren Sitz in Paris. Derzeit sind 195 Mitglieder in der UNESCO vertreten und elf assoziierte Mitglieder – neben den 193 Staaten der UN mit Ausnahme von Liechtenstein auch die nicht in den UN vertretenen Cookinseln, Niue und die Palästinensischen Autonomiegebiete.

Deutschland schafft Arbeit in den Ländern um Syrien
In den Ländern rund um Syrien hat die Bundesregierung nach Informationen der „Welt am Sonntag“ in diesem Jahr rund 20.000 Jobmöglichkeiten für Flüchtlinge geschaffen. Damit steige die Zahl der Arbeitsplätze, die Deutschland im Rahmen des Projekts „Cash for Work“ in der Krisenregion finanziert, auf rund 80.000. „Wir wollen den Menschen Würde und ein Stück selbstbestimmtes Leben zurückgeben“, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller der Zeitung. Niemand lebe auf Dauer gern von Almosen.
Im vergangenen Jahr hatte der Minister das Projekt „Cash for Work“ gestartet, um kurzfristig Einkommensmöglichkeiten vor Ort anzubieten. Das Angebot richtet sich an Flüchtlinge, aber auch an bedürftige Bewohner von Gemeinden, die Flüchtlinge aufgenommen haben. Es soll nicht nur die finanzielle Lage der Menschen verbessern, sondern auch die Infrastruktur vor Ort.
„Cash-Worker“ arbeiten den Angaben zufolge in Jordanien, im Libanon, im Irak und in der Türkei. Sie helfen bei der Ausbesserung von Straßen und Schulen, bei der Sanierung von Wohnungen oder bei der Abfallentsorgung. In Syrien finanziert Deutschland rund 25.000 Jobs für Arbeitskräfte, die zum Beispiel in den vom Krieg zerstörten Städten und Dörfern helfen sollen, die Trümmer zu beseitigen.
Vergangenes Jahr wurden bei einer Zwischenbilanz folgende Beispiele genannt: Nach Jordanien geflohene Syrer und sozial schwache Jordanier sollten Müll sammeln und recyclen – für ein Jahreseinkommen von 800 Euro. Im Irak hätten Menschen Geld dafür bekommen, dass sie Straßen und zerstörte Häuser reparieren. 50 Tage dauere so ein Job und bringe einem Haushalt 1100 Euro.