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Ein Israel nur für Juden?

Wem gehört Israel? Auf diese Frage hat die Knesset, das israelische Parlament, in der Nacht zum 19.07.2018 mit einem Nationalstaatsgesetz eine verbindliche Antwort geliefert: dem jüdischen Volk, und zwar nur dem jüdischen Volk. Mit der Entscheidung befeuerte sie erneut den seit Jahrzehnten anhaltenden Kulturkampf in dem Land. Die israelische Rechte jubelte, dagegen befürchten große Teile der Bevölkerung Einschnitte in die Demokratie. Im Nationalstaatsgesetz ist nun wörtlich der Anspruch Israels verankert, „die nationale Heimstätte des jüdischen Volkes zu sein“. Und nicht nur das: In dem Gesetz, das zu den verfassungsähnlichen Basisgesetzen zählen wird, heißt es: „Die Realisierung des Rechts auf nationale Selbstbestimmung in Israel ist allein dem jüdischen Volk vorbehalten“. Gleich nach der Billigung des umstrittenen „Nationalitätsgesetzes“ brach in Israels Parlament heftiger Tumult aus. „Apartheid, Apartheid“, riefen arabische Abgeordnete lautstark. Demonstrativ zerrissen sie den Gesetzentwurf in Fetzen, bevor sie aus dem Saal entfernt wurden. Das kontroverse neue Gesetz, ist mit knapper Mehrheit von 62 der 120 Abgeordneten gebilligt worden.

Als Grund für dieses Gesetz führt Premierminister Benjamin Netanjahu an, dass in den letzten Jahren immer wieder der Versuch unternommen worden sei, das Recht der Juden auf ihren Staat Israel in Frage zu stellen. Darum habe man ein Gesetz geschaffen, das besagt, „dass dies unsere Nationalhymne, unsere Sprache und unsere Flagge ist“, sagte Netanjahu. Zudem soll ganz Jerusalem die Hauptstadt des jüdischen Volkes sein. Die Alleinstellung Jerusalems als Hauptstadt Israels ist eines der heißesten Eisen im Feuer des Konflikts zwischen Israel und Palästina. Dass es für Israel eine eigene Nationalhymne gibt, sowie eine eigene Flagge oder eine eigene Sprache hat bislang kaum jemand ernstlich in Frage gestellt. anders aber ist es um die Herabsetzung der arabischen Sprache bestellt.
Dem Jubel der israelischen Rechten zum neuen Gesetz waren wochenlange Proteste von allen Seiten vorausgegangen. Nicht nur die arabischen und jüdischen Oppositionsparteien der Knesset, auch politische Vertreterinnen und Vertreter des US-amerikanischen Judentums stellten sich gegen das Gesetz. Selbst Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit und Israels Präsident Reuven Rivlin hatten angekündigt, dass sie den ursprünglich geplanten Gesetzestext nicht mittragen könnten, weil er rassistisch sei und Israels Demokratie großen Schaden zufügen könnte. Die Kritik drehte sich vor allem um zwei Aspekte des Gesetzes. Der eine: Arabisch sollte nicht mehr neben Hebräisch die zweite offizielle Sprache des Staates sein. Der andere war der Absatz 7B im Gesetzesentwurf. Er sah vor, dass in Zukunft Kommunen entstehen dürften, die Arabern aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit ein Wohnrecht vorenthalten könnten. Dass also, mit anderen Worten, rein jüdische Gemeinden, Dörfer und Ortschaften entstehen könnten, in denen Nichtjuden kein Wohnrecht erhielten.

Präsident Rivlin zielte vor allem auf diesen Paragraphen ab, als er in einem offenen Brief fragte: „Im Namen der zionistischen Vision: Sind wir bereit, Diskriminierung zuzulassen und Männer und Frauen aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit auszugrenzen?“ Angesehene Staatsrechtler wie Mordechai Kremnitzer warnten, das Gesetz würde zum weiteren Sargnagel für die liberale Demokratie.
Premier Netanjahu und seine Koalition beugten sich dem Druck der ultraorthodoxen Parteien auf die er in seiner Koalition angewiesen ist [1]. Das verabschiedete Gesetz beinhaltet nun Kompromissformeln, um den internationalen Kritikern Israels nicht allzu viel Angriffsfläche zu bieten. Arabisch wird zwar wie bereits im Gesetzesentwurf nicht mehr zweite offizielle Amtssprache sein, die Regierung gesteht ihr aber einen „speziellen Status“ zu. Somit kann Arabisch weiter auf Ämtern benutzt werden. Der Paragraph 7B, der Arabern ursprünglich ein Wohnrecht vorenthalten wollte, lautet nun: Der Staat sieht die Entwicklung jüdischer Siedlungen innerhalb des Kernlands Israels als nationalen Wert an und wird deren Entstehung fördern und unterstützen. Der illiberale und rassistische Charakter der ursprünglichen Formulierung ist damit weg, zudem ist verankert, dass alle Ethnien und Religionen weiterhin nach ihren Traditionen leben und sich entwickeln können. Aber das ist ein gutes Stück auch strategische Kosmetik, wie in den letzten Wochen in Bet Shemesch, nahe bei Jerusalem gelegen, deutlich wurde. Dort wurden moderne junge israelisch-jüdische Frauen von ultraorthodoxen Männern verfolgt, beschimpft und mit Tränengas drangsaliert, weil sie nach Vorstellung dieser Männer nicht züchtig genug gekleidet waren – in T-Shirt und kurzen Hosen.

Das gespaltene Israel wird so noch mehr gespalten. Auf der einen Seite stehen die liberalen, säkularen Israelis. Sie wollen in einer pluralistischen Demokratie leben, nach dem Vorbild europäischer Demokratien. Auch wenn es in Israel Rassismus gibt, besteht das Ideal, dass vor dem Gesetz alle gleich sein sollen. Ob Jude oder Muslim oder Christ, ob schwarz oder weiß, ob hetero- oder homosexuell – das Gesetz soll in der einzigen Demokratie im Nahen Osten, wie sich Israel selbst immer wieder beschreibt, keinen Unterschied machen. Bei der arabischen Minderheit vertieft das neue Gesetz jedoch auch in seiner entschärften Form das Gefühl der Diskriminierung. „Ich muss meinen Kindern heute sagen, (…), dass der Staat Israel erklärt hat, dass er uns hier nicht haben will“, sagte der arabische Abgeordnete Aiman Auda. Er spricht von einem „Gesetz für jüdische Vorherrschaft“, das den Arabern signalisiere, „dass wir immer Bürger zweiter Klasse bleiben werden“.
Zwei Gruppen innerhalb der israelischen Gesellschaft wollen aber einen anderen Staat, allen voran die Nationalreligiösen, die die Siedlerbewegung bilden, und die Ultraorthodoxen, die mit dem säkularen Staat aus religiösen Gründen ein Problem haben. Auch die Nationalreligiösen möchten einen religiöseren Staat, betreiben aber eher eine Beschneidung der Freiheitsrechte hin zu einem fundamentalisierten Staat, in dem die rund 1,8 Millionen israelischen Araber, etwa ein Fünftel der rund neun Millionen Israelis [2], und jüdischen Israelis, die man als politische Gegner sieht, wenig zu sagen haben sollen.

Und dann ist da noch Israels Premier Benjamin Netanjahu. Wenngleich rechts, ist er doch absolut säkular. Er speist seine Intention, Israels Liberalismus einzugrenzen oder gar abzuschaffen, aus der Überzeugung, Freiheitsrechte seien der sichere Weg in den Untergang. Bibi, wie Netanjahu in Israel genannt wird, ist ein Bruder im Geiste von Viktor Orbán, Donald Trump und all den anderen populistisch-autokratischen Politikern dieser Zeit. Netanjahu hatte schon vor Jahren die Idee, den Palästinensern bei Friedensverhandlungen eine Anerkennung Israels als „nationale Heimstätte des jüdischen Volkes“ abzuringen. Die Palästinenser weigerten sich. Sie verwiesen darauf, dass Israel sich selbst bestimme, dass die Definition des Staates bei der UN hinterlegt sei, und dass es nicht Aufgabe der Palästinenser sein könne, Israel zu versichern, es sei ein jüdischer Staat. Hinter dieser Weigerung vermuteten Netanjahu und andere Rechte einen vermeintlich ewigen Anspruch der Palästinenser auf ganz Palästina, selbst wenn es eine Zwei-Staaten-Lösung mitsamt Friedensvertrag geben sollte. Seit Jahren versucht Netanjahu deswegen, das Nationalstaatsgesetz durchzubringen. Bislang war er aber jedes Mal gescheitert. Tatsächlich stellt sich die Frage, wozu solch ein Gesetz nötig sein soll. Die Unabhängigkeitserklärung von 1948, der Gründungstext des Staates Israel, beinhaltet bereits die Selbstdefinition als jüdischer Staat. Er beinhaltet aber auch die Gleichstellung aller Bürgerinnen und Bürger des Staates – egal, ob sie Juden, Muslime oder Christen sind.

In den letzten Jahren wurden mehrere Gesetze erfolgreich verabschiedet, die eine Erosion des israelischen Liberalismus und des Geistes der Unabhängigkeitserklärung zur Folge hatten. Das jetzt verabschiedete Nationalstaatsgesetz dürfte daher selbst in seiner modifizierten Version für Unruhe sorgen. Kritiker sehen weiterhin rassistische Elemente im Gesetzestext. Er mache Araber zu Bürgern zweiter Klasse und könnte sie bei staatlichen Struktur- und Entwicklungsplänen nun auch gesetzlich benachteiligen.
In letzter Instanz könnte das Oberste Gericht in Israel über das Gesetz entscheiden. Sollte es Klagen gegen das Gesetz geben, müssten sich die Obersten Richter damit auseinandersetzen und entscheiden, ob es legitim ist oder nicht. Die Macht des Obersten Gerichts stört viele Regierungsmitglieder. Justizministerin Ajelet Schaked von der Siedlerpartei versucht seit Jahren, dessen Einfluss einzudämmen, bislang ohne Erfolg. Doch der Kampf der Rechten, aus Israel eine andere, „illiberale Demokratie“ zu machen, wie Viktor Orbán sein Ungarn inzwischen definiert, dürfte weitergehen. Orbán ist übrigens am 18. Juli 2018 zu einem zweitätigen Staatsbesuch in Israel eingetroffen.

Das Israelische Demokratie-Institut (IDI) kritisiert, das Gesetz enthalte anders als die israelische Unabhängigkeitserklärung keine Verpflichtung zur Gleichberechtigung aller Bürger. Das neue Gesetz störe deshalb das Gleichgewicht zwischen den Werten jüdisch und demokratisch [3].
Kritik an dem Gesetz wird auch innerhalb der Regierungspartei Likud laut. Der Abgeordnete Benny Begin, Sohn des Likud-Gründers und ehemaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin, enthielt sich bei der Abstimmung. Er begründet dies damit, dass das Gesetz in seiner gegenwärtigen Form die Rechte der arabischen Minderheit verletze.
Das Gesetz sieht auch eine Stärkung der Beziehungen zwischen Israel und jüdischen Gemeinden in der Diaspora vor. Das American Jewish Committee (AJC) reagiert jedoch „tief enttäuscht“ auf den Vorstoß. Das Gesetz gefährde die Verpflichtung der Gründerväter zu einem jüdischen und demokratischen Staat, kritisiert die pro-israelische Organisation. Das AJC ruft die israelische Regierung auf, „die Grundprinzipien und Werte zu bekräftigen, die das Fundament Israels als eine lebendige und bewunderte Demokratie ausmachen“.

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[1] = Für Ultraorthodoxe, die etwa 17 Prozent der 8,8 Millionen Einwohner umfassenden Bevölkerung stellen, ist das ein Mandat für die Einhaltung jüdischer Glaubensregeln, notfalls durch Zwang. Siedler erkennen darin den Auftrag, überall im Land jüdische Siedlungen zu errichten. Säkulare Juden wiederum betrachten ihre Religion eher als Volkszugehörigkeit oder Kultur und wollen von Glaubensregeln frei sein.

[2] = Das Gesetz ist ein Affront gegenüber einem Fünftel der Bevölkerung. Die arabischen Israelis fühlen sich zu Recht ausgestoßen durch diese zum Gesetz gewordene Zurückweisung. Diskriminierung ist nun erlaubt, Minderheitenrechte müssen nicht mehr respektiert werden. Dieses Gesetz ist auch ein Verrat an der vor 70 Jahren zur Staatsgründung beschlossenen Unabhängigkeitserklärung. Dort heißt es, der Staat sichere „all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht soziale und politische Gleichberechtigung“ zu. Dieses Versprechen ist nun gebrochen.

[3] =Die Trennung von Staat und Religion gehört mit zu den wichtigsten Errungenschaften die die Menschheit hervorgebracht hat. Und jetzt, im 21 Jahrhundert, wuchern die Religionen in alle Risse, die die Demokratien bekommen haben.

Studie „Islam in Bayern“

Muslimisches Leben sei zu einer „Inlandserscheinung“ geworden, so heißt es in der im Juli 2018 vorgelegten Studie „Islam in Bayern“. Als den am häufigsten geäußerten Wunsch bayerischer Muslime nennt die 104 Seiten starke Untersuchung: „Die Entwicklung und Anerkennung schlichter Normalität des Muslim-Seins in Bayern“.
Drei Jahre lang haben Juristen und Islamwissenschaftler vom „Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa“ muslimisches Alltagsleben im Freistaat untersucht und daraus konkrete Handlungsempfehlungen an die Bayerische Staatsregierung formuliert. Sie sind außerdem der Frage nachgegangen, welche Gefahr von fundamentalistisch orientierten, gewaltbereiten Muslimen ausgeht. Die Studie entstand zwischen 2015 und 2018 im Auftrag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften am EZIRE und wurde, flankiert durch eine mehrjährige Vortragsreihe über „Religion und Gesellschaft“, vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert. Wer aber glaubt, die Wissenschaftler würden nur der Staatsregierung genehme Ergebnisse liefern, täuscht sich.
Ausdrücklich plädieren die Autoren für Sachlichkeit in Diskussionen: „Alles andere wird von Extremisten als willkommenes Argumentationsmaterial für angeblich doppelte Standards im von ihnen abgelehnten Rechtsstaat genutzt.“ Zu dieser Sachlichkeit gehört es auch anzuerkennen dass es unter Muslimen Menschen gibt, die beten zu Allah, manche fünfmal am Tag und manche, wenn es gerade passt. Sie gehen in die Moschee, die einen jeden Freitag und andere vielleicht im Ramadan. Dass es unter ihnen Frauen gibt, die tragen ein Kopftuch, und andere, die das ablehnen; manche Männer tragen den Bart so, wie ihn der Prophet Mohammed getragen haben soll, andere finden das einen lächerlichen Anachronismus. Und wieder andere haben mit Religion gar nichts am Hut und werden doch irgendwie dazugezählt. Sie sind Muslime und sie sind Bayern. Und sie unterscheiden sich in ihrer Verschiedenheit ihres Lebens kaum von Katholiken oder Protestanten. Mehr als eine halbe Million von ihnen leben im Freistaat. Sie leben dort überwiegend gern; viele haben gar eine engere Bindung an Bayern als an Deutschland. Wenn da nicht doch manchmal das Gefühl wäre, man könne sich anstrengen, wie man wolle, und es reiche nicht, um wirklich anerkannt zu sein. Wenn da nicht die zunehmenden Konflikte wären zwischen Islamisten auf der einen und Islamhassern auf der anderen Seite.
Die Forscher zeichnen also ein sehr differenziertes Bild vom muslimischen Leben in Bayern, das die Lage weder schönfärbt noch schwarz malt. Es ist über die Jahre hinweg eine große Vielfalt von Verbänden, Vereinen und Gemeinden entstanden, die oft immer noch mehr an den Herkunftsländern orientiert sind als daran, ob sie nun sunnitisch oder schiitisch sind. Große Verbände wie die türkisch-staatsnahe Ditib, der Islamrat, der Zentralrat der Muslime oder der Verband der islamischen Kulturzentren spielen eine wichtige, aber keinesfalls alles dominierende Rolle; in Bayern hätten die überwiegend in Nordrhein-Westfalen ansässigen Verbandszentralen ohnehin weniger Einfluss als
anderswo, heißt es in der Studie. Im Umgang mit der Ditib, die nach dem Putsch in der Türkei den autoritären Kurs des Präsidenten Erdogan stützt, ist den Forschern einige Ratlosigkeit anzumerken; sie beschreiben die Zusammenarbeit als zunehmend schwierig, warnen aber davor, den Verband nicht mehr als Kooperationspartner anzusehen.

So positionieren sich die Forscher gegen ein allgemeines Verbot von Gesichtsschleiern wie in Österreich: „Geringe Fallzahlen stehen im Kontrast zu heftigen Konflikten.“ Damit gibt die Studie auf die Frage nach der Gesichtsverhüllung keine einfachen Antworten. Das vor einem Jahr in Bayern in Kraft getretene Gesetz habe für wünschenswerte Klarheit in relevanten Bereichen des Landesrechts gesorgt, schreiben die Forscher. Auch das Kopftuchverbot in der Justiz lehnen sie nicht rundweg ab. Vielmehr hoffen sie, dass es in muslimischen Gemeinschaften zu Debatten führt: nämlich darüber, ob berufliche Entwicklungsmöglichkeiten nicht wichtiger sein sollten als die Einhaltung individueller religiöser Überzeugungen.
Als wichtige Präventionsmaßnahme nennen sie den islamischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Noch ist offen, ob der Freistaat den bis 2019 laufenden Modellversuch zum islamischen Religionsunterricht fortsetzt. Die Verfasser der Studie legen die Fortführung des Islamunterrichtes „dringend nahe“. So steht etwa das klare Plädoyer für den Islamischen Religionsunterricht als Regelangebot konträr zur aktuellen Beschlusslage. Bessere Perspektiven für Lehrer werden gefordert. Sonst drohe die Abwerbung durch andere Bundesländer.
So bemüht sich die Studie, die Schwierigkeiten im Zusammenleben nicht zu verschweigen, aber eben auch einzuordnen. Ja, es gibt vereinzelt Ansätze einer Paralleljustiz, was nichts an dem Vertrauen der meisten Muslime ins deutsche Rechtssystem ändert. Ja, auch in Bayern würden muslimische Frauen und Mädchen zwangsverheiratet, aber das seien Einzelfälle; ja, muslimische Männer dächten tendenziell patriarchaler als andere Männer, aber das ändere sich auch. Und auf jeden Fall solle eine liberale und plurale Gesellschaft ihre Liberalität und Pluralität auch gegenüber Muslimen vertreten und zum Beispiel eine Kommune keinesfalls einen Mann zu einem Gespräch schicken, wenn fachlich eine Frau zuständig wäre. Aber genauso falsch sei es, Muslime generell als demokratie-inkompatibel hinzustellen.
„Auch in Bayern hat sich eine weiter anwachsende salafistische Szene etabliert“, heißt es in der Studie. Interviews hätten allerdings ergeben, dass immer wieder Anhänger des Salafismus Bayern verlassen, um der engmaschigen Überwachung im Freistaat zu entgehen. Deshalb empfehlen die Forscher die Beibehaltung der Null-Toleranz-Strategie gegenüber Islamisten und Salafisten sowie ihren Unterstützern. Diese seien allerdings „organisatorisch schwer zu fassen“, es gebe keine festen Strukturen und auch keine Identifikationspersonen, dennoch sei die Zahl von 730 Salafisten, von denen der Verfassungsschutz ausgehe, „nicht zu niedrig angesetzt“. Es fehle aber darüber hinaus bisher die Zusammenarbeit mit gemäßigten muslimischen Gemeinden. Auch müssten Imame zum Umgang mit salafistischen Jugendlichen fortgebildet werden. Zeitgleich weisen sie darauf hin, dass Top-Leute aus dem Bereich Deradikalisierung abgewandert seien, weil man ihnen andernorts bessere Stellen angeboten habe.
Außerdem werben die Forscher für muslimische Seelsorge in Gefängnissen und Krankenhäusern: „Es kann nicht sein, dass der Iman darauf angewiesen ist, mit dem christlichen Seelsorger in die Justizvollzugsanstalt zu kommen, weil er nicht anerkannt ist.“
Für rechtlich unbedenklich halten die Forscher auch die muslimische Tradition, Tote nicht im Sarg, sondern in Tüchern zu begraben.

Gewachsen sei die Islamfeindlichkeit, in ganz Deutschland wie in Bayern, stellen die Forscher fest. Diese komme immer wieder auch in der Ablehnung von Moscheen zum Vorschein. Im Internet kursierten regelrechte Anleitungen, wie der Bau eines muslimischen Gotteshauses verhindert werden könne. Die Studie hält mit einem Leitfaden dagegen, wie ein solches Projekt gelingen kann. Wichtig sei, die Bevölkerung zu informieren und möglichst an der Planung zu beteiligen.
Gleichzeitig warnen die Fachleute davor, zu viele kulturelle Zugeständnisse zu machen, wenn es etwa um das Frauenbild geht. Eine Behördenvertreterin müsse ebenso akzeptiert werden wie eine Frau bei der Essensausgabe in der Asylbewerberunterkunft. Sollte ein Flüchtling tatsächlich die Annahme von Nahrungsmitteln, die Frauen ausgeben, verweigern, „darf man darauf schließen, dass er auf die Mahlzeit zu verzichten gedenkt“, heißt es in dem Papier. Doch patriarchale Strukturen seien kein Religions-, sondern ein Migrationsproblem, sagte EZIRE-Direktor Mathias Rohe. Diese gebe es auch bei Männern aus Indien oder Russland.
Ansonsten haben die Autoren durchaus Wünsche an Ministerpräsident Markus Söder, sein Kabinett, die politisch Verantwortlichen im Freistaat: Sie sollen runde Tische und Orte des Dialogs fördern und professionalisieren. Sie sollen den islamischen Religionsunterricht, der bislang als Modellprojekt ausprobiert wird, weiterführen und verstetigen, sollen die Religionsausübung von Muslimen ermöglichen, Moscheebau und Kopftuchtragen inklusive, sollen Lehrer, Juristen, Polizisten weiterbilden. Es braucht Integrationsprogramme für Flüchtlinge, Basisunterricht gegen Antisemitismus inklusive.

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Das Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE) betreibt multidisziplinäre Forschung zu muslimischem Leben im Rahmen europäischer Rechtsstaaten. Es untersucht, wie europäische Rechtsordnungen auf muslimisches Leben reagieren, und wie sich muslimisches Selbstverständnis und die religiöse Selbstorganisation in diesem Rahmen entwickeln. Diese Fragen werden in einem weiteren Kontext gesehen, der gesellschaftliche Entwicklungen in Europa und die Verbindungen zu Entwicklungen außerhalb Europas in Recht, Religion, politischem und sozialem Wandel einschließt.

Neue Ägypten-Route am Flughafen Memmingen

Nonstop geht es seit Juli mit dem Reiseveranstalter FTI einmal pro Woche nach Hurghada in Ägypten. Immer montags startet die neue Flugverbindung von Memmingen ans Rote Meer. Die Verbindung von Memmingen aus wird bis zum 22. Oktober angeboten. Die neue Route steht jeden Montag im Programm und wird mit einer Boeing 737 geflogen.
Öger Tours legte zudem eine Broschüre mit barrierefreien Hotels in Ägypten auf. Dabei wurden acht Hotels im Raum Hurghada für barrierefrei erklärt.

Bischof Shomali: Jordanien wird mit Flüchtlingen allein gelassen

Die Situation an der syrisch-jordanischen Grenze ist angespannt. Rund 20.000 syrische Flüchtlinge warten am Grenzübergang von Nassib darauf, dass die Grenze wieder geöffnet wird. Derzeit vergeblich – das jordanische Königshaus will Flüchtlinge bis auf weiteres nicht mehr ins Land lassen. Nur einige Menschen in besonders prekärem Gesundheitszustand werden in Krankenhäusern des Nordens zumindest kurzfristig behandelt.
Doch der Patriarchalvikar des Lateinischen Patriarchats in Jerusalem für Jordanien, Bischof William Shomali, wirbt für Verständnis gegenüber der jordanischen Entscheidung, die Grenzen dicht zu halten: „Um die Entscheidung der jordanischen Regierung zu verstehen, muss man den Kontext verstehen. Der erste Punkt ist, dass Jordanien derzeit auf seinem Territorium 1.300.000 Flüchtlinge beherbergt, für die es vollständig aufkommt: Zelte, Wasser und alles, was zum Leben notwendig ist. Und das kostet Jordanien jedes Jahr Milliarden! Die Regierung sagt, dass das Land nicht genug internationale Hilfe erhalte, um für die syrischen Flüchtlinge aufzukommen. Das heißt: Weitere Tausende aufzunehmen, würde die Position Jordaniens schwächen.“ Die jordanische Regierung zeige jedoch guten Willen, zu einer Lösung dieses Dilemmas beizutragen, betont Shomali. Erst vor wenigen Tagen sei ein großer Konvoi mit Hilfsgütern durch die Armee auf den Weg gebracht worden, und die Regierung habe eine große Spendenaktion für die syrischen Flüchtlinge gestartet.
Aber Jordanien kann nicht all diejenigen aufnehmen, die aufgrund des Krieges in Syrien leiden, so wie auch der Libanon das nicht kann. Jordanien ist ein kleines und armes Land. Deshalb ist die wichtigste Lösung die, diesem Krieg ein Ende zu bereiten. Die Ursachen zu heilen, nicht nur die Symptome. Die Ursache ist der Krieg.
Um diesen Krieg abzustellen, betont Patriarchalvikar Shomali, sei es nötig, eine politische Lösung zu finden. Der Vorschlag des Kirchenmannes: die USA und Russland müssten sich dafür einsetzen, dass die Rebellen die Gebiete verließen. Denn dann, so seine Hoffnung, habe auch der Krieg ein Ende.
Auch das Patriarchat arbeite mit zahlreichen irakischen und syrischen Flüchtlingen auf jordanischem Gebiet, erläutert der Patriarchalvikar, der insbesondere die Hilfe der Caritas hervorhebt: „Caritas Amman Jordanien kümmert sich mit einem großen Budget um die Flüchtlinge, auch dank der Unterstützung, die wir von den internationalen und nationalen Caritas-Organisationen erhalten.“

Zwei vollständig erhaltene Weinamphoren in Israel gefunden

Israelische Archäologen haben zwei mehr als 2000 Jahre alte Weinamphoren aus einer Höhle in 30 Metern Höhe im Norden des Landes geborgen. Bei der Aktion nahe der Grenze zum Libanon sind weitere Krüge, eine Schale, ein Kochtopf sowie Tonscherben zur Untersuchung mitgenommen worden, teilte die Israelische Altertumsbehörde mit. Die intakten Weinamphoren seien 70 Zentimeter hoch und hätten Durchmesser zwischen 50 und 60 Zentimetern. Ein Forscher hat im vergangenen Jahr die Höhlen in der Gegend untersucht und dabei die hoch gelegene Höhle in einer Felswand entdeckt. Die Altertumsbehörde geht nach einer ersten Einschätzung davon aus, dass die Tongefäße aus der Zeit zwischen dem 3. und dem 1. Jahrhundert vor Christi Geburt stammen.

Gesundheitsstandards in Israel

Im „Bloomberg Global Health Index“, der den Gesundheitszustand von 160 verschiedenen Ländern vergleicht, belegt Israel den neunten Platz – und ist damit um sieben Plätze „gesünder“ als Deutschland. Mit einem durchschnittlichen Alter von 82,4 Jahren werden die Menschen in Israel rund anderthalb Jahre älter als hierzulande. Die Überlebensraten in Israel sind zudem überdurchschnittlich: Für Brustkrebs 87 Prozent, für Enddarmkrebs 70 Prozent und für Darmkrebs 68 Prozent. Bei diesen Krebsarten liegen die Überlebenschancen in Deutschland jeweils rund zwei, acht beziehungsweise drei Prozentpunkte zurück. Hinter diesen Ergebnissen steckt ein Staat, der viel in die Forschung investiert. Im letzten Jahr hat Israel mit rund 4,25 Prozent seines Bruttoinlandproduktes anteilsmäßig mehr in seine Forschung und Entwicklung investiert als alle anderen Länder. Damit übertrifft das Land den OECD-Durchschnitt von 2,3 Prozent bei weitem.

EU – Finanzen für Palästina

Die EU hat am 04.07.2018 in Palästina den EU-Investitionsplan für Drittländer gestartet und stellt erste 23,5 Mio. Euro für Investitionen zur Stärkung der Wirtschaft und zur Schaffung von Arbeitsplätzen bereit, unter anderem auch in Palästina. Eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung im Westjordanland und im Gazastreifen ist ein Schlüsselfaktor, um Stabilität und Perspektiven für die palästinensische Bevölkerung zu schaffen. Der EU-Investitionsplan für Drittländer wurde im September 2017 lanciert, um die Investitionen in den Partnerländern der EU in Afrika und in der Europäischen Nachbarschaft anzukurbeln. In Palästina bremsen Herausforderungen wie Einschränkungen des Waren- und Personenverkehrs, eine wachsende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter, hohe Arbeitslosigkeit, politische Instabilität und ein steigender Energiebedarf die wirtschaftliche Entwicklung und schrecken ausländische Investoren ab. Über den EU-Investitionsplan für Drittländer sollen ein effizienter Energieverbrauch sowie eine erschwingliche und zuverlässige Energieerzeugung in Palästina gewährleistet werden. Außerdem sollen kleinste, kleine und mittlere Unternehmen mit Beratungsleistungen und einem verbesserten Angebot an Finanzdienstleistungen unterstützt werden.

Präsident Abbas in schwieriger Lage

In verschiedenen Städten Palästinas rumort es gewaltig, diesmal gegen die politische Führung. Palästinensische Sicherheitskräfte gehen dabei mit großer Härte gegen Demonstranten vor. Schlagstöcke werden eingesetzt, es fliegen Blend- und Tränengas-Granaten. Zivilbeamte nehmen normale Bürger fest, während uniformierte Polizisten das Ganze aus sicherer Entfernung beobachtet haben. Solche Dinge geschehen nicht ohne die politische Rückendeckung der Autonomiebehörde. Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde heißt Machmud Abbas. Seit 2005 führt der 83-Jährige die Organisation, doch so sehr in der Kritik wie bisher stand er noch nie. Viele Palästinenser geben ihm die Schuld an den prekären Bedingungen, unter denen die Bevölkerung im Gazastreifen leben muss. Tatsächlich ist Abbas dafür mitverantwortlich, dass es in Gaza pro Tag nur wenige Stunden Strom gibt, ebenso werden die Gehälter der Verwaltungsbeamten nur teilweise bezahlt. Mit diesem harten Kurs wollen Abbas und seine Fatah-Bewegung die rivalisierende Palästinenserorganisation, die islamistische Hamas in Gaza schwächen. Doch der Protest gegen diese Politik wächst – auch im Westjordanland.
Viele – vor allem jüngere – Palästinenser fordern ein Ende des Konfliktes zwischen Fatah und Hamas. Die Forderung stehe im Zentrum der aktuellen Demonstrationen. Es gibt bei der Demonstration vor allem zwei Slogans. Zum Einen: Die Sanktionen müssen ein Ende haben. Aber auch: Es muss eine Ende der Rivalität von Fatah und Hamas geben. Nach der Niederschlagung der Proteste gab es noch einen Slogan: Die Freiheit muss beschützt werden. Doch wenn dieser Konflikt gelöst wird, verlieren eine Menge Leute ihre Pfründe. Daher sind viele auch nicht wirklich daran interessiert, den Konflikt zu beenden. Und jedes Mal wenn es einen Versuch zur Versöhnung gab, scheiterte er, und es hagelte gegenseitige Vorwürfe in den Medien. Daher glauben viele, der Streit hört niemals auf. Dass der greise Palästinenserpräsident Machmud Abbas einlenkt und die Hamas als gleichwertigen Partner anerkennt, glaubt kaum jemand.

MABRUK !!!   MABRUK !!!

Herzlichsten Glückwunsch !!!!

Fady Batarseh – der Weinmacher in Cremisan, Bethlehem – ist in den Hafen der Ehe eingelaufen!!!

Wir wünschen dem jungen Paar alles Glück der Welt!

     

Israel will Filmaufnahmen von Soldaten untersagen

In Israel könnte es Menschenrechtlern bald untersagt sein, israelische Soldaten bei Einsätzen in Palästinensergebieten zu filmen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde jetzt im Parlament eingebracht. Der Vorschlag stammt von der rechtsnationalistischen Partei Israel Beitenu, die gemeinsam mit der Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer Koalition ist. Chef von Israel Beitenu ist Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. Der Entwurf sieht vor, dass die Aufnahme und Veröffentlichung von Bildern „mit der Absicht, die Moral von Israels Soldaten oder Einwohnern zu verletzten“, mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden kann. Sollte die nationale Sicherheit durch die Bilder bedroht sein, soll die Strafe bei bis zu zehn Jahren Haft liegen. Kritik kam von palästinensischer Seite. Vize-Informationsminister Fajez Abu Aitta sagte Reuters, das Gesetz ziele darauf ab, Verbrechen israelischer Soldaten zu verschleiern. So könnte das Militär noch mehr Verbrechen begehen, sagte er.

2000 Jahre alte Grabkammer in Tiberias freigelegt

Israelische Bauarbeiter haben eine rund 2000 Jahre alte Grabkammer am See Genezareth in Israel entdeckt. Die Grabkammer aus der Römerzeit sei schätzungsweise zwei Meter hoch und habe neben einem Eingangsraum und einer zentralen Kammer vermutlich mehr als zehn Grabnischen. In den Nischen wurden die Toten beerdigt. Die Höhle muss als Grabkomplex für eine Familie gedient haben, die in der Stadt Tiberias oder in einem der angrenzenden Dörfer gelebt hat. Tiberias wurde vor 2000 Jahren gegründet, im Jahre 18. Sie ist nach dem römischen Kaiser Tiberius benannt. Die Eingangskammer der Grabkammer ist bunt verputzt. Außerdem gibt es verzierte Knochenkisten aus Stein und Keramik, in die später die Knochen der Toten gelegt wurden. Die Grabnischen wurden mehrfach verwendet. Die Arbeiten am Kalkstein sind in hoher Qualität ausgeführt worden, die Dekorationen aufwendig, die Inschriften auf Griechisch. Dies alles deutet auf eine reiche Familie hin.

Streit um Familiennachzug in Israel

Streit um den Familiennachzug gibt es auch im Einwanderungsland Israel. Dort sind es vor allem eingewanderte Juden aus Äthiopien. Sie wollen ihre Eltern, Geschwister oder Kinder nachholen und warten seit Jahren darauf, dass die Verwandten endlich zu ihnen kommen können. Sie fühlen sich anderen Einwanderern gegenüber benachteiligt, glauben gar, dass es an ihrer schwarzen Hautfarbe liegt. Nach den Operationen Moses (1984), Joshua (1985), Salomon (1991) und Taubenflügel (2011) wurden äthiopische Juden durch Israel nach Israel geholt; seitdem leben sie in Israel. Nach ihrer Ankunft begann der langwierige Prozess der Aufnahme und Integration in die israelische Gesellschaft.
Während des Mittelalters bestand bis 1616 ein jüdisches Königreich in Nordwest-Äthiopien. Es wurde von seinen Nachbarn erobert, und damit begann der Niedergang der Beta Israel. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde ihre Zahl auf noch 250.000 geschätzt; am Ende dieser Epoche waren es nur noch 100.000.

Israel baut Mauer im Meer

Israel hat mit dem Bau einer Grenzmauer durch das Meer begonnen. Somit sollen Angreifer, die über das Meer nach Israel kommen wollen, daran gehindert werden, israelischen Boden zu betreten. Das gab das Verteidigungsministerium bekannt. Genaue Länge, Breite und Tiefe der Anlage sind geheim. Der Bau der Grenze begann wenige Kilometer nördlich von der Grenze zum Gaza-Streifen bei der Gemeinde Zikim am Strand. Experten des israelischen Verteidigungsministerium sagen, dass die Sperranlage soweit ins Meer reinragen wird, dass es Terroristen nicht schaffen können, soweit rauszuschwimmen, um die Sperranlage zu ‚umschwimmen‘ und nach Israel vorzudringen ohne entdeckt zu werden. Die Entscheidung für den Bau fiel bereits 2014, als im letzten Gaza-Krieg sogenannte „Froschzellen der Hamas“ es schafften, durchs Meer, über den Strand von Zikim auf israelisches Territorium vorzudringen. Diese Eindringlinge wurden dann vom israelischen Militär liquidiert. Laut israelischen Informationen werde die Grenzanlage innerhalb israelischen Gewässers gebaut, womit sie nicht gegen internationales Seerecht verstoßen würden. In Israel stößt der Grenzbau auf breite Unterstützung. Die Grenzmauer durchs Meer wird zeitgleich mit einer unterirdischen Grenze gebaut, die verhindern soll, dass Angriffstunnel nach Israel gebaut werden. In den letzten Monaten wurden bereits 10 solcher Tunnel zerstört.

Neues Museum in Tel Aviv

In Tel Aviv öffnet im Juli ein neues nationales Museum zur Naturgeschichte. Es ist hochmodern – und spart auch ein Thema nicht aus, an dem sich streng religiöse Kreise stark stossen. Es bietet eine kontroverse Ausstellung, die der menschlichen Evolution gewidmet ist. Das passt streng religiösen Kreisen im Land überhaupt nicht, denn sie lehnen die Evolutionstheorie ab. Das orthodoxe Judentum folgt einer strikten Auslegung der Bibel, was viele dazu führt, die Evolutionstheorie abzulehnen. Diese wird auch nicht in staatlich finanzierten ultraorthodoxen Einrichtungen gelehrt, die immerhin 23 Prozent der israelischen Schulen ausmachen. Aber auch in nichtreligiösen Schulen werden nur relativ wenige Schüler an die menschliche Evolution herangeführt, wie Kritiker beklagen.

Libanon: Patriarch gegen erleichterte Einbürgerung

Der maronitische Patriarch Boutros Bechara Rai hat den Staatspräsidenten für dessen Zustimmung zur Einbürgerung für 375 Ausländer kritisiert. Damit sei die Sicherheit des Landes in Gefahr, so der Patriarch, weil es sich bei diesen Ausländern um „merkwürdige Personen“ handele. Die meisten der 375 Ausländer, die den libanesischen Pass erhalten sollten, sind syrischer, irakischer oder palästinensischer Nationalität. Der Beschluss zur Einbürgerung sei „im geheimen und rasch“ geschehen, damit die Bevölkerung davon nichts mitbekomme, so das Oberhaupt der Maroniten. Unter den „neuen libanesischen Bürger“ befänden sich etliche, die dem syrischen Machthaber Baschir al-Assad nahe stünden und den libanesischen Pass nur deswegen angefragt hätten, damit sie die Wirtschaftssanktionen gegen das Assad-Regime umgehen könnten. Kardinal Bechara Rai weist auch darauf hin, dass das übliche Einbürgerungsverfahren im Libanon sehr streng sei.

Kardinal Rai: Libanon braucht Lösung für Geflüchtete

Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai beklagt einen mangelnden politischen Willen der internationalen Gemeinschaft, die Rückführung syrischer Flüchtlinge voranzubringen. „Das Problem der Vertriebenen ist ein internationales und regionales Anliegen, es zu lösen ist eine geteilte Verantwortung“, sagte Rai bei einem Besuch in Paris. Die Zuwanderung aus Syrien habe eine Ungleichheit bewirkt, die bei anhaltender Stärke die Identität des Libanon verändern werde, so der Patriarch. Bereits jetzt begännen die Libanesen, sich als Fremde im eigenen Land zu fühlen. Je länger die Vertriebenen blieben, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Einbürgerung forderten, beschrieb der Kardinal die Angst der Libanesen. Problematisch sei auch die wachsende Armut im Libanon angesichts der großen Zahl Geflüchteter. Das Land zahle einen hohen wirtschaftlichen Preis durch die Auswirkungen des Syrienkrieges. Kritik äußerte der Kirchenführer am Festhalten der Weltgemeinschaft an der freiwilligen Rückkehr der Flüchtlinge. Internationale Hilfe sei nötig, um die Häuser der Vertriebenen in Syrien wieder aufzubauen.

Verhaftungen von Journalisten und Bürgerrechtlern

Die Vereinten Nationen haben sich besorgt über eine Verhaftungswelle gegen Journalisten und Bürgerrechtler in Ägypten gezeigt. Eine Sprecherin des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte erklärte in Genf, in den letzten Wochen hätten die ägyptischen Behörden die Meinungs- und Versammlungsfreiheit praktisch außer Kraft gesetzt. Journalisten und Aktivisten würden beschuldigt, Falschnachrichten zu verbreiten und Terroristen zu unterstützen. Viele seien ohne Haftbefehl festgenommen worden. Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen sind die Repressalien seit der Präsidentenwahl im März eskaliert. Auf der Rangliste der Pressefreiheit belegt Ägypten aktuell Platz 161 von 180.

Verzerrtes Israelbild in deutschen Schulbüchern

Das Mideast Freedom Forum, ein Zusammenschluss aus Wissenschaftler/innen, Publizist/innen, Mitgliedern jüdischer Organisationen und Exiliraner/innen, angesiedelt in Berlin, hat eine Analyse deutscher Schulbücher mit Blick auf die Darstellung der Situation um Israel veröffentlicht. „Uns ist aufgefallen, dass die Sachtexte, die eigentlich neutral sein sollen, Auslassungen ganz entscheidender Art aufweisen“, resümiert Jörg Rensmann – Director of Education and Research – die Untersuchung seiner Organisation, die vor allem Geschichts- und Geographiebücher unter die Lupe genommen hat. Damit kommt das Mideast Freedom Forum zu den selben Ergebnissen wie die Deutsch-israelische Schulbuchkommission, die schon vor Jahren das Israelbild in Schulbüchern anprangerte. Beispielsweise thematisieren Schulbücher selten, dass jüdische Präsenz im historischen Palästina durchgängig vorhanden war und nicht nach der Diaspora erst um 1880 wieder auftauchte. Im Schulbuch „Forum Geschichte 4“ fürs Bundesland Hessen findet sich zum Beispiel eine entsprechende Auslassung. „Für Schüler entsteht dadurch ein verkürztes Bild“, so Rensmann. Schließlich könnte sich der Mythos entwickeln oder bestärken, Juden seien Eindringlinge. In der Lehrerausbildung komme die Sensibilisierung mit Antisemitismus und dem Nahostkonflikt jedoch viel zu kurz. Ohne fachwissenschaftliche Expertise können fachdidaktische Prinzipien allerdings nur schwer Anwendung finden. Das muss sich ändern, findet der Politikwissenschaftler. Es müsse verpflichtend zur universitären Ausbildung von Lehrkräften – vor allem in den Gesellschaftswissenschaften – gehören, sich mit Theorie und Erscheinungsformen von Antisemitismus und seinen modernen Ausprägungen zu beschäftigen.

Neuer Regierungschef in Jordanien

Der Nachfolger von Jordaniens Ex-Premier Hani Mulkani steht fest: Nur einen Tag nach dem Rücktritt des unter Druck geratenen Regierungschefs hat König Abdullah II Omar al-Razzaz zum neuen Ministerpräsidenten ernannt. Der bisherige Bildungsminister solle die neue Regierung zusammenstellen, hieß es in einer Mitteilung aus dem Königspalast. Al Razzaz, der früher als Ökonom für die Weltbank arbeitete, gilt als Reformer und soll mit seinem Kabinett unter anderem eine geplante Steuerreform neu aufrollen. Mehrere tausend Menschen waren in der Hauptstadt Amman und anderen Städten des Königreichs wegen der Sparpolitik der bisherigen Regierung auf die Straßen gegangen. Mit ihrer Sparpolitik orientiert sich die jordanische Regierung an Vorgaben des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der umstrittene Gesetzesentwurf, der noch vom Parlament verabschiedet werden muss, beinhaltet eine Erhöhung der Einkommensteuer um fünf Prozent und einen Anstieg der Unternehmenssteuern um 20 bis 40 Prozent. Bereits zu Beginn des Jahres waren die Mehrwertsteuer erhöht und Subventionen für Brot gestrichen worden. Auch die Preise für Grundnahrungsmittel sind massiv gestiegen. Diese Entwicklung trifft vor allem die armen und mittelständischen Jordanier. Die Jordanier haben sich bislang in bewundernswerter Weise ihren Pragmatismus erhalten – und auf diese Weise ganz nebenbei ihren Staat vor dem Zerfall gerettet. Dazu hat auch die kluge, nach innen wie außen auf Ausgleich setzende Politik des Königs erheblich beigetragen. Schon darum haben die westlichen Staaten allen Anlass, das Land nach Kräften zu unterstützen. Sollte auch in Amman die politische Ordnung zerbröckeln, hätte das enorme Folgen weit über den Nahen Osten hinaus. Immerhin leben derzeit mehr als eine Million syrische Flüchtlinge in Jordanien. Ein Zusammenbruch Jordaniens könnte auch die EU unter massive Stresstests stellen.

Nahost gehört zu den diplomatischen Prioritäten des Vatikan

Kaum eine Weltregion beschäftigt den Vatikan so sehr wie das Heilige Land mit seinem politischen Dauerkonflikt und der sinkenden Zahl von Christen. Aber Anliegen und Akzente haben sich über die Jahrzehnte verschoben. Der Vatikan anerkannte Israel erst 45 Jahre nach Amerika: Erst nachdem sich Rabin und Arafat auf dem Rasen des Weißen Hauses die Hand reichten, entsandte er 1994 einen Botschafter nach Tel Aviv.
Der von der UNO mehrheitlich forcierte Teilungsplan für Palästina von 1947 in einen arabischen und einen jüdischen Teil fand die Zustimmung Roms insofern, als Jerusalem dabei herausgenommen und unter internationale Verwaltung gestellt werden sollte. In dieser Phase versuchte Pius XII. mit gleich drei Enzykliken binnen eines Jahres die Aufmerksamkeit der Welt auf das Heilige Land zu richten. Zwei Wochen vor der Staatsgründung Israels verurteilte er die tägliche Gewalt und die Massaker und rief zum Friedensgebet für das Palästina-Problem auf. Ein halbes Jahr später beklagte er die Opfer und Zerstörungen des Krieges und die vielen tausend Flüchtlinge.
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hat das gestörte Verhältnis der Kirche zum Judentum entkrampft, die Beziehungen zu den anderen Religionen auf eine neue Grundlage gestellt und den religiösen Absolutheitsanspruch des Christentums im Heiligen Land relativiert. Die Reise Pauls VI. 1964 ins geteilte Jerusalem war ökumenisch ein Erfolg, blieb diplomatisch aber ohne Folgen.
Der in Oslo eingeleitete Friedensprozess liegt inzwischen auf Eis. Dennoch setzt der Vatikan seine Bemühungen um eine gerechte Friedenslösung fort. Die Beziehungen zu Israel gelten als stabil; allerdings sind die rechtlichen Verhandlungen bis heute nicht abgeschlossen.

Vatikan und Jordanien stärken interreligiösen Dialog

Der Vatikan und Jordanien wollen ihren interreligiösen Dialog verstärken. Eine entsprechende Übereinkunft haben der Päpstliche Rat für interreligiösen Dialog und das Königliche Institut für interreligiöse Studien am Donnerstag in Amman unterzeichnet, wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Nach der insgesamt fünften Begegnung wollten beide Seiten ihre weitere Zusammenarbeit bekräftigen und institutionalisieren, heisst es in der Übereinkunft. Zugleich einigten sich beide Seiten auf eine Reihe gemeinsamer Forderungen wie den Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Die zweitägige Konferenz der vatikanischen und der jordanischen Delegationen in Amman wurde geleitet von Prinz Hassan Ibn Talal, einem Onkel von König Abdullah II., sowie Bischof Miguel Angel Ayuso Guixot, Sekretär des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog.

Kirchenrat: Christen im Nahen Osten brauchen Einheit

„Im Orient werden die Kirchen geeint sein oder sie werden nicht mehr sein“: Diese dramatische Formulierung der christlichen Nah-Ost-Patriarchen vom Anfang der 1990er Jahre stellte die Generalsekretärin des „Rates der Kirchen des Nahen Ostens“ (MECC), Souraya Bechealany, ins Zentrum ihrer Eröffnungsansprache der MECC-Jahresversammlung im Kloster von Bqennaya im Libanon. Der Rat hatte jahrelang keine Versammlungen abgehalten, in Bqennaya wurde ein Neuanfang gesetzt, wie der Pro-Oriente-Infodienst am Montag unter Berufung auf das Portal „AsiaNews“ berichtete. Der Ökumenismus sei von entscheidender Bedeutung für die Wirksamkeit des interreligiösen Dialogs und des christlichen Zeugnisses im Nahen Osten, unterstrich Bechealany, die an der katholischen „Universite Saint-Joseph“ in Beirut lehrt. George Sabra, der Präsident der evangelischen „Near East School of Theology“, erinnerte daran, dass die Zahl der Christen im Nahen Osten in den vergangenen hundert Jahren drastisch zurückgegangen ist, vor allem auf Grund der Emigrationsbewegung. Am Beginn des 20. Jahrhunderts seien 30 Prozent der Bewohner des Nahen Ostens Christen gewesen, heute seien es fünf Prozent.
Der an der Theologischen Fakultät der Katholischen Universität Kaslik lehrende P. Gaby Hachem unterstrich seine Hoffnung auf den MECC als „Inkarnation des Prinzips der Synodalität und Inbegriff des ökumenischen Dialogs mit dem Islam“. Leider hätten in den vergangenen Jahren „Oberflächlichkeit und Verantwortungslosigkeit“ vorübergehend dazu geführt, dass sich der MECC „in eine x-beliebige NGO“ gewandelt habe. Das dürfe er aber nicht sein, es gehe vielmehr darum, gemeinsam darauf zu hören, „was der Heilige Geist den Kirchen sagt“. Der MECC brauche eine umfassende Vision, die über Fragen wie das gemeinsame Osterdatum hinausgehe.
Der (orthodoxe) frühere libanesische Kulturminister Tarek Mitri, Direktor des Fares-Instituts an der American University in Beirut, verwies darauf, dass man trotz der Präsenz von Muslim-Brüdern und rückwärtsgewandten Salafisten die „ungeheure Mehrheit“ der „normalen Muslime“ nicht übersehen dürfe, die sich von der Gewalttätigkeit der Islamisten distanzieren und für die aus der jahrhundertealten Tradition des Miteinanders mit den christlichen Nachbarn die „Annahme des Anderen“ kein Problem ist. Umso notwendiger sei es, dass die MECC-Mitgliedskirchen die Rolle der orientalischen Christen seit dem Aufkommen des Islam fortsetzen, Vermittler von Kultur und Zivilisation zu sein. Zugleich müssten die Kirchen immer wieder auf den Aufbau moderner Staaten auf der Grundlage des gleichen Bürgerrechts für alle dringen. Keinesfalls sollten sich die Christen auf das „Spiel der Angst“ einlassen und diktatorische Regime als einzige Alternative zum Islamismus ansehen.

Preise sind gleich geblieben

Während allein im Zeitraum von März 2017 bis März 2018 die durchschnittliche Preissteigerung für alkoholische Getränke in Deutschland 3,7% betrug, sind unsere Preise für unsere Weine seit 4 Jahren stabil. Ein Grund mehr bei uns zu ordern. Viel Freude mit unseren Produkten aus dem Heiligen Land.

Neue Weine !!!         

Saint Elie – rot
Cabernet Sauvignon und Cinsault Trauben
Jahrgang 2014
Weingut Chateau Heritage, Kab Elias, Libanon
enthält Sulfite

0,75 l Flasche;
14% vol.;

In der Nase Anklänge an Kaffee, Schokolade, Vanille, Cassis. Im Mund rote und schwarze Beeren, elegante Taninstruktur.

Preis: 12,95 Euro
(Literpreis: 17,26 Euro)

Saint Elie – weiss
Chardonnay und Viognier
Jahrgang 2017
Weingut Chateau Heritage, Kab Elias, Libanon
enthält Sulfite
Eichfassreifung

0,75 l Flasche
13% vol.;

Preis: 12,95 Euro
(Literpreis: 17,26 Euro)

Neuer Service für Sie !!! Beschreibbare Flaschenetiketten !!!

Wir haben für Sie ein Frontetikett gestalten lassen, welches Ihnen die Möglichkeit gibt das Etikett zu beschreiben. Ob ein kurzer Gruß, ein Dankeschön, ein Wunsch für den Beschenkten – Sie können Ihr außergewöhnlich persönliches Geschenk erstellen.
Wir senden Ihnen unetikettierte Flaschen (Rückenetikett ist bereits aufgeklebt – aus rechtlichen Gründen auch nicht veränderbar) und die leeren Frontetiketten in einer Lieferung zu (Etiketten in Briefumschlag) – und Sie kleben anschließend, nach Gestaltung der Etiketten durch Sie, diese auf die Flaschen.

Ausgelegt ist dieses Etikett für unsere kleinen Rotweinflaschen mit 0,375 Liter Nennfüllmenge. Das Etikett hat eine Fläche von 8 (B) x 10 (H) Zentimeter. Mit dieser Fläche überdeckt es aber auch die Etiketten von folgenden 0,7 Liter Flaschen:
Chateau Heritage
Syrah
Merlot
Cabernet Sauvignon
Das Etikett (siehe Bild) hat im Titel den 14 zackigen Stern der Geburtskirche und die Heilige Familie; im unteren Feld die relativ neutrale Angabe „Wein aus dem heiligen Land“.

   Beispiel: